Marokko
Rabat - Hautstadt zwischen Tradition und Moderne
Weiße Mauern, palmengesäumte Boulevards und jahrhundertealte Kasbahs – in Rabat gehen Geschichte und Gegenwart fließend ineinander über. Die Hauptstadt und eine der vier Königsstädte Marokkos liegt im Nordwesten des Landes und grenzt direkt an die Atlantikküste. Von vielen noch unentdeckt, hält die kulturelle Metropole eine beeindruckende Vielfalt aus Tradition und Moderne bereit.
Die Medina - Rabats historische Altstadt
Rabats Medina ist untouristisch und authentisch. Weiße Häuser mit bunten Details schmücken die verwinkelten Gassen, und an jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken.
Auf dem Souk, einem traditionellen marokkanischen Markt, bieten Einheimische handgefertigte Produkte und lokale Gerichte an. In der Luft liegen die unterschiedlichsten Gewürznoten von Kreuzkümmel bis Zimt, und aus den Teestuben zieht der süße Minzduft des Atays. Hier können sich Reisende einfach treiben lassen und in das farbenfrohe Geschehen eintauchen.

Direkt über der Medina thront die Kasbah des Oudaïas auf einem Felsen, eine Festung mit dem ältesten Stadtviertel. Ein imposantes, rundes Tor bildet den Eingang, hinter dem sich die engen Gassen verzweigen. Bekannt ist das Viertel für seine weiß-blauen Häuser, die eine besondere Kulisse schaffen.
Vom obersten Punkt der Festung erstreckt sich der Blick über die Weiten des Atlantiks sowie den Bou-Regreg-Fluss, der zwischen Rabat und seiner Nachbarstadt Salé fließt. Entlang des Flusses lädt die Uferpromenade zum Spazieren ein, während auf dem Wasser kleine blaue Fischerboote vorbeigleiten. Gegenüber liegt die Marina von Salé mit ihrem Jachtclub und einer schicken Häuserfront.

Geschichte trifft Moderne
Flussaufwärts zeigt sich Rabat von seiner modernen Seite. Das Grand Théatre de Rabat bietet mit seinem futuristischen Design einen starken Kontrast zu den älteren Teilen der Stadt und dazu passend ragt im Hintergrund der etwa 250 Meter hohe Wolkenkratzer von Mohammed VI. empor.
Wer etwas über die Geschichte des marokkanischen Königshauses erfahren möchte, findet unweit der luxuriösen Bauten das Mausoleum von Mohammed V., dem Großvater des heutigen Königs Mohammed VI.

Im Herzen der Gedenkstätte ruht unter dem mit Gold verzierten Gewölbe der Sarkophag des ehemaligen Königs, der fein säuberlich aus weißem Onyx gefertigt wurde. Besuchern ist der Zutritt unabhängig vom Glauben und mit angemessener Bekleidung erlaubt.
Direkt daneben lassen sich die Relikte einer der größten Moscheen des Maghreb bestaunen, die nie vollendet wurde. Hinter den über 300 steinernen Säulen erhebt sich der Hassan-Turm und zeigt die große architektonische Vision des Moscheebaus.

Festung, Gärten und Strände
Zu Rabats langer Geschichte gehört auch die historische Stätte von Chellah mit ihren dicken Festungsmauern und dem beeindruckenden Eingangstor. Wer eine kleine Auszeit im Grünen sucht, kann im botanischen Garten auf schattigen Alleen spazieren und die Vielfalt an Palmen, Kakteen und einheimischen Bäumen erkunden. In kleinen Teichen sprießen Seerosen, und die Äste der Zitrusbäume sind gefüllt mit Orangen und Limetten.

Für eine Abkühlung und die ein oder andere Surfsession laden die nahe gelegenen Atlantikstrände ein. Rabat selbst hat einen eigenen Stadtstrand, für weitläufigere Sandstrände lohnt es sich aber, etwas aus der Stadt hinauszufahren und dem Plage des Nations oder dem ruhigen Fischerort Mehdiya einen Besuch abzustatten.

Tagesausflug bis Roadtrip
Wer noch mehr Facetten von Marokko entdecken will, kann Rabat als optimalen Ausgangspunkt für Tagesausflüge oder mehrtägige Touren nutzen. Zwei bis drei Stunden Autofahrt entfernt liegen im Inland zwei weitere der vier Königsstädte – Meknès und Fès.
Meknès
Meknès besticht durch seinen sehr traditionellen und ursprünglichen Charme mit einer alten Medina, den mosaikverzierten Gebäuden und Marokkos berühmtestem Stadttor, dem Bab Mansour. Nur 30 Kilometer entfernt liegen die ältesten römischen Ruinen des gesamten Landes und versetzen Besucher in eine andere Zeit.

Fès
Die größte Medina Nordafrikas, deren Geschichte bis ins 8. Jahrhundert zurückgeht, hat Fès zu bieten. Hier tummeln sich Einheimische und Reisende zwischen spitzen Gewürzpyramiden und bunter Handwerkskunst. Besonders bekannt ist die Stadt auch für ihre Gerbereien, in denen seit Jahrhunderten diesem traditionellen Handwerk nachgegangen wird.

Casablanca
Rund 90 Kilometer südwestlich von Rabat liegt Casablanca, die größte Stadt Marokkos. Als wirtschaftliches Zentrum des Landes finden sich hier moderne Malls und Artdéco-Architektur. Das bekannteste Bauwerk ist zweifellos die Hassan-II.-Moschee, eine der größten Moscheen der Welt, die direkt am Meer liegt. Das über 200 Meter hohe, über die Dächer der Stadt emporragende Minarett ist schon von Weitem sichtbar und bietet einen Vorgeschmack auf die imposanten Eindrücke im Inneren.

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