Safety First, Sicherheit geht vor! So lautet die oberste Regel fürs Arbeiten auf dem Vorfeld des Airport Nürnberg. Bevor neue Kolleginnen und Kollegen Flugzeuge einwinken, Spezialfahrzeuge steuern oder Koffer verladen dürfen, durchlaufen sie intensive theoretische und praktische Schulungen – jetzt unterstützt mit VR-Brillen, die den Flughafenalltag täuschend echt nachbilden.
Rund 50 neue Kräfte müssen im Ramp-Service-Bereich, also für Tätigkeiten auf dem Vorfeld, jährlich ausgebildet werden, hinzu kommen diverse Auffrischungskurse für die Stammmannschaft. „Bisher bedeutete das einen Tag Theorie und danach die Umsetzung in der Praxis erlernen“, schildert Ramp-Services-Trainer Erkan Catoglu.
Sehr realitätsnahe Flughafenumgebung
Zwischen Theorie und Praxis kommt jetzt das Erproben der neu erlernten Fähigkeiten mit Virtual-Reality-Technik ergänzend hinzu: Mittels VR-Brillen und Joysticks können sich die Absolventen in einer virtuellen, sehr realitätsnahen Flughafenumgebung in verschiedensten Szenarien ausprobieren: Die Schulungsmodule decken unter anderem die sichere Abfertigung ankommender Flugzeuge, den Umgang mit Gepäckförderbändern und Bodenstromgeräten, das Steuern von Schleppern, Pushback-Vorgänge sowie die Kommunikation mit dem Cockpit ab.
Wesentlicher Vorteil der neuen VR-Technik: „Die Schüler sollen ihre Angst verlieren und ohne Gefahr ihre neue Tätigkeit durchspielen können“, sagt Trainer Catoglu. Dabei enthalten die virtuellen Szenarien bewusst auch kritische Situationen, die schlimmstenfalls zu Unfällen führen könnten – nur dass diese in der Testumgebung weder Verletzte noch Millionenschäden an Flugzeugen verursachen. Catoglu: „Man lernt dabei, auch unter Druck nicht die falsche Entscheidung zu treffen.“
Draxon: Virtuelles Training für das Ground Handling
Anbieter der VR-Trainingslösung ist die Kölner Draxon GmbH. Das Unternehmen hat sich auf Trainingsangebote mit realistischen Simulationen für die Bodenabfertigung an Flughäfen spezialisiert. Die Inhalte orientieren sich nach Angaben von Draxon an den Standards der International Air Transport Association (IATA). Über eine Trainer-Plattform können Ausbilder zudem Lernfortschritte verfolgen und virtuelle Trainingseinheiten begleiten.
Ergänzt werden soll das Schulungsprogramm durch einen Übungscontainer, an dem das Be- und Entladen eines Flugzeugrumpfes sowie das Andocken und Anschließen verschiedenster Abfertigungsgeräte geübt werden kann – dann ganz ohne VR-Unterstützung, stattdessen mit praktischer Handarbeit.