Fluglärm

Lärm ist heute zu einem alltäglichen Problem geworden. Inseln der Ruhe sind in unserem dichtbesiedelten Land kaum noch zu finden.

Viele Schallquellen lassen sich nicht so einfach abstellen: Flugzeuge, Eisenbahnen, Autos, Baustellen, Freizeiteinrichtungen, Handwerks- und Industriebetriebe. Die andere Seite: Jeder von uns möchte gerne von Lärm verschont werden und verursacht doch selber welchen.

Lärm ist ein Teil des Preises, den wir für Wohlstand und einen hohen Lebensstandard zahlen. Konzentrieren wir uns also darauf, unnötigen Lärm zu vermeiden und unvermeidbaren Lärm einzudämmen. Unter diesem Motto hat die Flughafen Nürnberg GmbH bisher schon einiges geleistet.

Eine immer noch aktuelle Meldung: 
Leider musste im April 2019 die Messstelle ZIE (M 05) am bisherigen Standort abgebaut werden. Daher suchen wir derzeit nach einem neuen Standort im Bereich Effeltricher Straße / Thuisbrunner Straße in Nürnberg. Es müsste ein Mast auf dem Dach installiert werden können sowie eine wettergeschützte Fläche für einen kleinen Schaltschrank (idealerweise auf dem Dachboden) vorhanden sein.

Wer eine entsprechende Fläche vermieten möchte, möge sich bitte über umwelt@airport-nuernberg.de mit uns in Verbindung setzen. 

Lärmminderung

Schallschutz durch bessere Organisation

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Flugsicherung GmbH wurden die Flugrouten so optimiert, dass möglichst wenig Wohngebiete betroffen sind.

Lärmorientierte Entgeltpolitik

Bereits seit 1976 zahlen Fluggesellschaften für den Einsatz lauter Flugzeugmuster erheblich höhere Landeentgelte, mit dem Erfolg, dass der Anteil lärmarmer Flugzeuge immer weiter anstieg.

Im Jahre 2013 führte der Flughafen lärmabhängige Lande- und Startentgelte in neuer Form ein. Dazu wurden die Flugzeuge unter Orientierung an der Lärmklassenstruktur eines in der ADV entwickelten Modells in Lärmklassen eingeteilt. Dabei wurden die Werte aus dem amtlichen Lärmzeugnis des jeweiligen Flugzeuges verwendet.

Zusätzlich wurden seitdem in vier Zeitbereichen in der Nacht unterschiedliche Zuschlagsätze auf diese Entgeltanteile erhoben, die höchsten für die Kernnacht zwischen 0 Uhr und 5 Uhr. Diese Zuschläge wurden in den Folgejahren signifikant erhöht.

Im Jahr 2021 wurde die Systematik der Entgeltordnung grundlegend verändert. Die Orientierung an der Lärmklassenstruktur unter Verwendung der Werte aus dem amtlichen Lärmzeugnis des jeweiligen Flugzeuges wurde allerdings beibehalten. Darüber hinaus wird das Lärmentgelt künftig auf der Basis des vom eingesetzten Flugzeug abhängigen Startentgelts berechnet. Der Zuschlag, der nunmehr auf diese höhere Basis erhoben wird, führt bei lauten Flugzeugmustern im Ergebnis zu steigenden Kosten für die jeweilige Fluggesellschaft.

An den Zuschlägen für Starts in der Nacht wurde festgehalten. Es ist festzuhalten, dass für Starts insbesondere zwischen 0 und 5 Uhr künftig in der Regel mehr gezahlt werden muss, als es nach der bisherigen Entgeltordnung der Fall gewesen wäre.

Außerdem wurde in die Entgeltordnung eine explizite Förderung für den schnellen Einsatz lärmarmer und ökologisch deutlich effizienterer Flugzeugmuster wie dem Airbus A320neo oder der Boeing 737MAX aufgenommen.

Aktuelle Entgeltordnung

Technische Lärmreduzierung

Nicht zuletzt durch den Einfluss der Verkehrsflughäfen auf ihre Partner ist es gelungen, die Lautstärke der Triebwerke seit den 70er Jahren um mehr als 20 dB(A) zu reduzieren.

Nachtflugbeschränkung

Die von der zuständigen Genehmigungsbehörde 1997 erlassene und 2006 unbefristet verlängerte Nachtflugregelung erlaubt in der Nacht (22:00 – 06:00 Uhr) nur noch den Verkehr von besonders lärmarmen Flugzeugen, die in der sogenannten »Bonusliste« des Bundesverkehrsministeriums eingetragen sind.


Vollzug des Fluglärmschutzgesetzes (FluLärmG) am Airport Nürnberg

Die Bayerische Staatsregierung hat die „Verordnung über die Festsetzung eines Lärmschutzbereichs für den Verkehrsflughafen Nürnberg“ beschlossen. Sie wurde am 16.09.2014 im bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht und trat am 01.10.2014 in Kraft.

Zuständig für den Vollzug des FluLärmG am Flughafen Nürnberg ist die Regierung von Mittelfranken – Luftamt Nordbayern. Hier finden Sie aktuell alle dort verfügbaren Informationen.

Bei allen Fragen zum Verfahren wenden Sie sich bitte direkt an das

Luftamt Nordbayern


Fluglärmüberwachung

Um die Belastungen durch Fluglärm und die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen objektiv prüfen zu können, ist es unabdingbar, kontinuierlich zu messen. Wir tun dies an acht festen Messstellen mit einer Lärmmessanlage der neuesten Generation rund um die Uhr.

Die Ergebnisse stellen wir monatlich in einem Immissionsbericht hier im Internet zur Verfügung und diskutieren sie regelmäßig im Rahmen der Fluglärmkommission.

Auch 2019 lagen die mittleren Dauerschallpegel Leq3,Tag und Leq3,Nacht nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm (FlulärmG) von 2007 weitgehend auf dem Niveau der letzten Jahre. In diesem Ergebnis spiegelt sich die anhaltende Tendenz zum Einsatz lärmarmer Flugzeugmuster wider. 

Weitere Informationen zum Thema Lärmmessung finden Sie auch unter www.fluglärm-portal.de

Außerdem wird der mittlere Dauerschallpegel Leq4 nach dem Fluglärmgesetz von 1971 weitergeführt: