Flughafenökologie

Zurück in die Zukunft: Heide ersetzt Gras


Sicherheit für die Umwelt ist die eine Sache, aktives Umweltengagement die andere: In einem ehrgeizigen Projekt hat der Airport Nürnberg die Bewirtschaftung der Grasflächen auf dem Vorfeld umgestellt. Früher wurden die Wiesen links und rechts der Startbahn von benachbarten Landwirten zur Futtermittelgewinnung gemäht. Ein lange bewährtes Verfahren, das aber zugunsten der Natur verändert wurde: Die Umweltabteilung ist dabei, die Böden auszumagern und damit ökologisch aufzuwerten.

Dazu muss man wissen, das Sandmagerböden eigentlich typisch für unsere Region sind, aber kaum noch existieren.

Sie zeichnen sich durch eine Vielzahl seltener Pflanzen und Tiere aus, deren Bestand häufig schon bedroht ist. Mit intensiver wissenschaftlicher Begleitung hat die Umweltabteilung ein Maßnahmenkonzept entwickelt, das sowohl die Ausmagerung und Aufwertung der Böden als auch die sicherheitsrelevante Vermeidung von Vogelschlägen berücksichtigt.

So verzichtet der Airport Nürnberg seit 2001 auf jegliche Düngung, führt bodenmechanische Maßnahmen wie Humusabtrag und Einsandung von Flächen durch, mäht das Gras mit speziell umgerüsteten Geräten auf eine Resthöhe von 20 Zentimeter und versetzt die vorhandenen Heidepflanzen im bodennahen Bereich, um deren Austrieb zu beschleunigen. Dabei ist es wichtig, das abgeschnittene Gras sofort zu entfernen, um eine Nachdüngung zu vermeiden. Das gewonnene Grüngut wird dann entweder verfüttert, zu Futterkops pelletiert oder einer Biogasanlage zugeführt, die daraus umweltschonenden Strom erzeugt.

Die Experten der Umweltabteilung glauben, dieser vernetzte Ansatz von Flächenbewirtschaftung ist beispielhaft für den umweltbewussten Umgang mit unseren Ressourcen. In einigen Jahren können die Fluggäste dann zwischen Heide und Sandmagerrasen bei uns landen.

Fauna und Flora – pflegen und entwickeln


Die Vegetation auf der 238 Hektar großen Grünfläche am Flughafen Nürnberg wird regelmäßig von Experten untersucht. Diese Gutachten belegen, dass das Gelände des Flughafens einen hohen Wert für den regionalen Arten- und Biotopschutz hat. Die Stadt Nürnberg misst Teilen davon sogar in ihrem Arten- und Biotopschutzprogramm überregionale Bedeutung zu. Wir wollen dieser Entwicklung Rechnung tragen und die Flächen künftig extensiv bewirtschaften, das heißt wir werden auf Düngung verzichten und die Flächen nur einmal jährlich mähen, um die Böden weiter auszumagern und eine wertvolle Heidekrautvegetation anzusiedeln.

Renaturierung der Umgebungslandschaft


Die Renaturierung des Bucher Landgrabens bildet das Kernstück einer Grünzone entlang des Südrandes des Flughafenareals. Es ist ein Stück »raue Natur« entstanden, mit viel Raum für spontane Vegetationsentwicklung und die Neuentstehung von Lebensräumen bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Dies ist die größte Grünfläche, die in Nürnberg in den letzten Jahren neu geschaffen wurde. Städtebaulich-gestalterisches Ziel dieser Maßnahme war und ist es, den harten Bruch zwischen traditioneller Landwirtschaft im Knoblauchsland und dem High-Tech-Standort Flughafen aufzulösen und dem Flughafen ein landschaftsarchitektonisch gestaltetes Vorfeld zu schaffen.

Zur Einbindung der geplanten Baufelder in die freie, offene Feldflur sind massive, teilweise waldartige Bepflanzungen erfolgt. Dort, wo »grüne Finger« aus der Grünzone in das Flughafengelände hineingreifen, bleiben Sichtachsen freigehalten zur rhythmischen Gliederung der Grünzone.

Neu geschaffene Fuß- und Radwege erschließen gleichermaßen für Erholungssuchende wie für Besucher oder Beschäftigte des Flughafens die Grünfläche.