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Ein Arbeitstag als Feuerwehrfrau

Stefanie Langer unterstützt Flughafenfeuerwehr tatkräftig

Siebzig Mann/Frau stark ist die Feuerwache der Werkfeuerwehr am Albrecht Dürer Airport. Und das ist auch notwendig! Denn die Kolleginnen und Kollegen sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr am Flughafen im Einsatz. Seit Juli 2018 unterstützen zwei Frauen ihre männlichen Kollegen tatkräftig. Stefanie Langer ist ausgebildete Berufsfeuerwehrfrau und Rettungsassistentin. Aufgrund ihrer Vorausbildung erfüllt die 36-jährige seit ihrer flughafenspezifischen Grundausbildung und der Einweisung in die verschiedensten Sachgebiete dieselben Aufgaben wie ihre männlichen Kollegen.


8.00 Uhr

Die 24-Stunden-Schicht bei der Werkfeuerwehr beginnt um 8:00 Uhr morgens mit einer wechselnden Übergabe. Hier erfährt die neue Schicht, was sich in der vergangenen Schicht zugetragen hat und, ob Ersatz für verbrauchte Materialien benötigt wird. Danach heißt es „Antreten!“ und zwar neben den jeweiligen Fahrzeugen, wie dem Rettungswagen (RTW) oder dem Flugfeldlöschfahrzeug – je nach Einteilung durch den Zugführer. Im Anschluss wird die Checkliste für das Fahrzeug durchgearbeitet. Sind die Akkus voll? Funktionieren die Pumpen und Signale?


9.30 Uhr

Danach beginnt die Sachgebietsarbeit, wie die Prüfung von Brandmeldern, oder der Einsatz im Alarmfall. Während unseres Interviews ertönt mehrfach der Alarm und dann muss Stefanie Langer los. Denn sie ist heute für den RTW eingeteilt. Im Durchschnitt ist sie da vier- bis zehnmal pro Schicht im Einsatz. Bis mittags hat sie sich schon um mehrere Patienten gekümmert – überwiegend kleinere Verletzungen oder gestürzte Personen, aber auch ein Fluggast, der auf direktem Weg ins Krankenhaus musste.


12.00 Uhr

Die zweistündige Mittagspause hat sie sich bereits redlich verdient. In der Feuerwehrküche wird nun gekocht. Besonders samstags und sonntags wird das gemeinsame Kochen hier zelebriert. Der jeweils zuständige „Koch“ versorgt dann die 16 Personen starke Truppe mit leckeren Gerichten, wie z. B. Schäufele mit Kloß.


14.00 Uhr

Ab 14:00 Uhr wird dann für den Ernstfall geübt und es finden Schulungen oder Einweisungen in neue Geräte statt. Danach steht meistens Sport auf dem Programm. Denn körperlich muss man topfit sein, wenn man für die Flughafenfeuerwehr tätig ist. Vier Stunden Sport pro Woche sind Pflicht im Rahmen des Gesundheitsschutzes. Hierfür gibt es einen extra Sportraum. Im Sommer geht’s natürlich auch mal raus zum Laufen oder es wird gemeinsam Volleyball gespielt. Aber auch hier ist stets ein Einsatzfahrzeug dabei, denn bei Alarm muss sofort ausgerückt werden.


17.30 Uhr

Ab 17:30 Uhr beginnt die Bereitschaft. Nun kann sich Stefanie Langer in einem Zimmer, das sie sich mit ihrer Kollegin Christina Forster teilt, ausruhen. Wenn vorher die Zeit zu knapp war, wird nun Sport gemacht. Zwei Aufenthaltsräume sorgen zudem für Gemeinschaft und Unterhaltung in der Bereitschaftszeit. Aber auch hier gilt: Sobald der Alarm ertönt, wird ausgerückt. Wenn Stefanie Langer nicht für den RTW, sondern für ein Löschfahrzeug eingeteilt ist, fallen rund drei bis fünf Einsätze pro Schicht an. Die Feuerwehr wird bei Rauchentwicklung, Schmorgeruch, ausgelaufenen Betriebsmitteln, kokelnden Aschenbechern oder auch eingefrorenen Wasseruhren gerufen. Der Ernstfall tritt glücklicherweise sehr selten ein.


7.30 Uhr

Um 7:30 Uhr am Folgetag übergibt Stefanie Langer ihren RTW an die Folgeschicht und um 8:00 Uhr ist Feierabend für sie. Dann geht’s nach Hause zu ihrem Mann und ihren zwei Töchtern, die sich freuen, dass sie ihre Mama nun wieder 24 Stunden ganz für sich haben. Nach der nächsten 24-Stunden-Schicht hat sie drei Tage frei. Es erfordert Organisationsgeschick und den Rückhalt der Familie, aber aufgrund der ein Jahr im Voraus erfolgenden Dienstplanung, ist für Stefanie Langer der Beruf und die Familie gut miteinander vereinbar. Zudem übernimmt sie nebenbei noch die Einsatzleitung im Rettungsdienst des BRK. Eine wahre Powerfrau also!


Der Job im Profil

Benötigte Qualifikationen 

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung, vorzugsweise in einem technischen/ handwerklichen Beruf oder als Rettungsassistent/in oder Rettungssanitäter/in • Führerschein CE (LKW ohne Begrenzung)
  • Atemschutztauglichkeit (Untersuchung Lungenvolumen/ körperliche Voraussetzungen), Schichtdiensttauglichkeit, Feuerwehrtauglichkeit 
  • Schwindelfreiheit (Höhe der Drehleiter bei Einsätzen: 42m) Der Brandmeisterabschluss (1/2 Jahr) sowie die Ausbildung als Rettungssanitäter (1/4 Jahr) sowie Flughafenspezifische Qualifikationen können am Flughafen erworben werden. 

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