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Tipps zur Reise mit Haustieren

Tanja Schamberger -


Eines vorweg: Eine Reise bedeutet immer Stress für Tiere, ganz besonders für alte und kranke. Daher sollte genau abgewogen werden, ob ein Flug tatsächlich nötig ist. Wenn kein Weg daran vorbeiführt, dass Hund oder Katze mit in die Lüfte abheben, ist eine gute Vorbereitung unbedingt notwendig. 

Vor der Buchung

Generell hat jede Airline eigene Bestimmungen zur Mitnahme von Tieren. Ryanair nimmt zum Beispiel gar keine Tiere mit. Daher sollten sich Tierhalter unbedingt vor der Flugbuchung informieren! Da jeder Start und jede Landung Stress pur für Tiere bedeutet, sind Direktflüge auf der Kurz- und Mittelstrecke zu empfehlen. Auch die Wahl der Flugzeit und die Temperaturen am Start- und Zielort sollten bei der Flugsuche berücksichtigt werden.

Dokumente und Impfungen

Für Flüge innerhalb der EU ist ein EU-Heimtierausweis nötig. Diesen gibt es beim Tierarzt. Zudem muss jedes Tier durch einen Mikrochip eindeutig identifizierbar sein. Auch eine Tollwut Impfung ist Pflicht bei Reisen ins Ausland. Zudem gelten in manchen Ländern wie Großbritannien, Irland oder Malta verschärfte Einreisebedingungen für Tiere.

Buchung

Haustiere sollten direkt bei der Buchung angegeben werden. Die Mitnahme von Haustieren ist kostenpflichtig, während Blinden- und Assistenzhunde natürlich kostenlos mit dürfen! Kleinere Tiere bis zu einem gewissen Gewicht dürfen in der Transportbox in der Kabine mitfliegen. Größere Hunde, Katzen, Hasen und Kaninchen fliegen im Frachtraum.

Expertentipp

Flughafenmitarbeiterin und Tierschützerin Monika Ziegler gibt Tierhaltern folgenden Tipp: Bei Reisen in Drittländer außerhalb der EU wie nach Ägypten, in die Türkei, nach Marokko, Tunesien oder in zahlreiche andere Länder ist ein Tollwutantikörpertest in einem zugelassenen EU-Labor erforderlich (Blutentnahme frühestens 30 Tage nach Impfung). Zudem muss vom Zeitpunkt der Blutentnahme bis zur Wiedereinreise nach Deutschland eine Wartezeit von mindestens drei Monaten eingehalten werden. Nähere Infos gibt es beim Zoll.

Transport und Wohlbefinden

Die Anforderungen an die Transportbox sind je nach Airline unterschiedlich. Die Box muss stabil, wasserdicht, ausbruchsicher und oben sowie an den Seiten gut belüftet sein. Sie sollte zudem so groß sein, dass das Tier problemlos stehen und sich drehen kann. Saugfähiges Material am Boden ist ebenfalls empfehlenswert. Die Transportbox sollte einige Tage vor der Reise bereits ins Refugium des Tieres gestellt werden, sodass es sich spielerisch daran gewöhnen kann. Zudem beruhigt eine Schmusedecke mit vertrauten Gerüchen oder ein Lieblingsspielzeug das aufgeregte Tier. Inwiefern ein Tier während einer Reise medikamentös ruhig gestellt wird, sollte mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden. Auch an eine Reiseapotheke und vorbeugende Maßnahmen gegen Krankheiten vor Ort sollte gedacht werden! Beim Transport im Frachtraum sollte zudem eine Klarsichtfolie mit den Adressdaten und einer Kopie des Heimtierausweises außen an der Box angebracht werden.

Check-in mit Haustier

Ausreichend Nahrung, Wasser und Auslauf sollte besonders beim Transport im Frachtraum vor dem Einchecken gewährleistet sein. Außerdem sollte mehr Zeit eingeplant werden, da der Check-in von Tieren mehr Zeit in Anspruch nimmt. Am Schalter werden der Heimtierausweis und gegebenenfalls weitere benötigte Gesundheitsdokumente geprüft. Im Anschluss geht es mit dem Tier zum Sperrgepäck-Schalter, außer das Tier reist in der Kabine mit. In diesem Fall kann vor dem Sicherheitsbereich noch eine Gassi-Runde eingelegt werden. Danach muss das Tier in der Transportbox bleiben, die an Bord verschlossen bleiben muss. Daher sollte es kurz vorher noch etwas trinken.