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S'Arenalet d'Aubarca auf Mallorca - der einsamste Strand der Insel

Frank Feldmeier -

Wo?

  • Parc de Llevant, von Artà aus über die Ma-3333 bis zum Parkplatz Alqueria Vella d'Avall, hier gibt es ein Infobüro (9–16 Uhr, +34 606-09 68 30)

Wann?

  • Bei schönem Wetter

Wie lange?

  • Tagesausflug

Wie viel?

  • Kostenlos

Wichtig

Tour gut vorbereiten: Wasser, Sonnenschutz, festes Schuhwerk, nur bei ruhiger See baden (Unterströmungen)

Bikes nur auf den meerfernen Routen 1, 2 und 3 erlaubt (Verleih im alten Bahnhof an der Hauptstrasse von Artà, Avinguda de Costa i Llobera, marcadarta@gmail.com


Idylle an Mallorcas Nordküste

Die Badehose habe ich gar nicht erst mitgebracht – nicht, weil sʼArenalet dʼAubarca ein FKK-Strand wäre, sondern weil hier sowieso meistens niemand ist, der einem etwas weggucken könnte. Ich bin gerade der Einzige, dessen Fußabdrücke sich im Sand abzeichnen – niemand sonst weit und breit. Nur auf dem Meer zeugt eine vorüberfahrende Yacht von menschlichem Leben. Unter den mehr als 250 Stränden Mallorcas mag es etwas für jeden Geschmack geben. Aber einsame Strände auf der Insel des Massentourismus? Wenn sie tatsächlich existieren, liegt das weniger an gut gehüteten Geheimtipps – spätestens seit Instagram & Co sind es keine mehr – als vielmehr an der Trägheit der Badegäste. Die Faustregel lautet: Je mühsamer ein Strand zu erreichen ist, desto weniger Besucher gibt es dort. Und in dieser Hinsicht kann es kaum eine Playa mit dieser Bucht an der Nordostküste aufnehmen.

S'Arenalet d'Aubarca nur zu Fuß erreichbar

Hier kommt niemand zufällig vorbei. SʼArelanet dʼAubarca (auch: sʼArenalet des Verger) liegt nicht nur fernab der Touristenhotspots, sondern auch mitten im Naturschutzgebiet Llevant, umrahmt von unbebauten Küstenlandschaften. Dieses wiederum ist nur über eine Holperpiste erreichbar, die von Artà zu einem Parkplatz führt. Weiterfahren dürfen nur Parkranger. Wer hier badet, hat rund zehn Kilometer zu Fuß hinter sich – Fahrräder sind nur auf wenigen Strecken fernab des Strands erlaubt (Routen 1, 2 und 3). Zudem lädt die Idylle dazu ein, nicht unbedingt den direkten Weg zu nehmen. Der Junitag hat früh begonnen. Das Auto bleibt auf dem Parkplatz von Alqueria Vella dʼAvall. Mit Sonnencreme und ordentlich Wasser im Gepäck geht es über die Routen 3 und 6 durch die Landschaft. Sie ist Kontrastprogramm zur zugebauten Küste im Südwesten: So sahen also auch mal die Hügel von Santa Ponça oder Andratx aus, bevor dort Urbanisationsstraßen gebaut und Villen hochgezogen wurden. Nach einem Abstecher auf den mehr als 400 Meter hohen Puig de sa Tudossa merke ich, dass ich Gesellschaft bekommen habe. Auf einem Felsen nahe dem Weg sitzt ein Mönchsgeier. Schließlich breitet er die Flügel aus, schwingt sich empor und gleitet hoch am Himmel durch sein Revier.

Strand S'Arenalet d'Aubarca auf Mallorca.

Zeit für eine Abkühlung!

Zeit für eine Abkühlung. Ich steige über Felsplatten zum Strand hinunter. Über rund 130 Meter erstreckt sich der weiße Sand, aus dem ein paar einzelne Steinbrocken ragen. Die Wellen umspülen meine Füße, Gischt auf schweißnasser Haut, ich bin mit dem Meer allein. Kann jetzt bitte jemand die Zeit anhalten? Zumindest verlängern lässt sich der Aufenthalt. Nicht weit hinter dem Strand steht eine unbewirtschaftete Wanderherberge, mit Zwei- und Vierbettzimmern auf zwei Etagen. Wer hier reserviert, darf auch die Küche benutzen, Solarzellen auf dem Dach versorgen sie mit Strom. Ich stelle mir vor, wie hell in sʼArenalet wohl nachts die Sterne leuchten, fernab jeder Ortschaft, und überlege, ob man hier an der Nordostküste die Morgensonne aus dem Meer aufsteigen sieht. Das nächste Mal also mit Übernachtung?

Der Aufenthalt im Naturparadies hat allerdings seinen Preis – die beständige Erinnerung an die kilometerweite Rückkehr zum Parkplatz. Das Auto steht irgendwo dort hinter den Hügeln, die noch eine Weile die Zivilisation auf Abstand halten…

Der Kalvarienberg in Artà.

Wenn man schon mal hier ist

Bei der Hin- und Rückfahrt passiert man Artà. Hier kann, wer mag, über 180 Stufen den Kalvarienberg besteigen und den Ausblick genießen. Fast auf dem Weg liegt auch das sehenswerte Kunsthandwerks- und Märchenmuseum ArtArtà

Im Ortszentrum gibt es eine Reihe von Bars und Cafés. Markttag ist am Dienstag, im Sommer auch mit Kunsthandwerk.

Mehr dazu im Reiseführer »Mallorca Inselabenteuer« vom Michael Müller Verlag.

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