Zurück zur Übersicht

Nürnberger Arzt im Interview: "Sehe das Fliegen als Teil meines Lebens"

Katharina Ostertag -

Ulrich Wiesel nutzt den Airport Nürnberg mehrmals im Monat. Auch in Zeiten von Corona war der 53-jährige Facharzt für Orthopädie privat regelmäßig unterwegs. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, welche Bedeutung das Fliegen für ihn persönlich hat, warum er weiterhin in Nürnberg lebt und welche Tipps er anderen Reisenden geben kann.

Sind Sie gebürtiger Nürnberger?

Ulrich Wiesel: Ich bin in Bayreuth geboren und habe in Erlangen Medizin studiert. Übrigens war ich während des Studiums schon am Flughafen Nürnberg unterwegs: Ich verdiente mir als Servicekraft im Mövenpick Restaurant etwas dazu. Vor einigen Jahren habe ich eine Fachpraxis für Orthopädie in Nürnberg eröffnet.

Wie häufig nutzen Sie den Albrecht Dürer Airport?

Ulrich Wiesel: Ich fliege alle ein bis zwei Wochen von Nürnberg nach Paris. Außerdem starte ich Fernreisen, zum Beispiel in die USA, gerne ab Nürnberg, weil es sehr gute Verbindungen über Drehkreuze wie Amsterdam gibt.

Ulrich Wiesel im Flugzeug nach Paris.

Warum fliegen Sie so oft nach Paris?

Ulrich Wiesel: Mein Ehemann ist Franzose und lebt direkt in Paris. In der einen Woche fliegt er nach Nürnberg und in der anderen Woche reise ich nach Paris. Wir sind sehr froh, dass es für Eheleute in der aktuellen Corona-Krise eine Ausnahmeregelung in der Bayerischen Quarantäneverordnung gibt, sodass wir uns weiterhin sehen können.

Wie empfinden Sie das Reisen in Zeiten von Corona?

Ulrich Wiesel: Es überrascht mich, dass trotzdem noch einige Menschen mit dem Flugzeug unterwegs sind, auch wenn es natürlich deutlich weniger sind, als zu normalen Zeiten. Daran sieht man jedoch, dass diese Menschen für ihre Flugreisen gute Gründe haben. Ich finde es super, dass dies ermöglicht wird. Das Reisen ist durch die verschiedenen Regeln und Vorgaben zwar aktuell anstrengend, aber es gibt einem selbst auch Zuversicht. Ich bin auch jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter am Flughafen und im Flugzeug dankbar, dass sie bei Fragen oder Unsicherheiten für die Passagiere da sind.

Die Organisation zum Thema Coronatests und -testergebnisse ist ebenfalls viel besser geworden. Am Anfang hatte ich schon das ein oder andere Mal Angst, dass das Testergebnis nicht rechtzeitig kommt und ich nicht fliegen kann. In Frankreich ist es noch etwas einfacher. Dort sind auch für Ausländer alle Tests umsonst.


Welche Bedeutung hat der Flughafen für Sie?

Ulrich Wiesel: Ich sehe das Fliegen als Teil meines Lebens. Ohne den Flughafen Nürnberg würden wir blöd aus der Wäsche schauen. Ich finde es ist extrem wichtig, hier eine Verbindung zu haben. Ich habe früher immer gedacht, nach Paris fliegen nur Umsteiger. Aber es gibt viele Dienst- und Privatreisende, die zwischen Nürnberg und Paris pendeln. Wir sind besonders der Airline KLM dankbar, dass sie auch während des Lockdowns weiterhin ab Nürnberg geflogen ist.

Warum wandern Sie nicht aus?

Ulrich Wiesel: Der Hauptgrund ist meine Praxis in Nürnberg. Wirtschaftlich gesehen wäre es nicht sinnvoll, hier alles aufzugeben und in Paris neu anzufangen. Mein Mann hat seinen Job in Paris und müsste besser Deutsch lernen, um hier in Nürnberg zu arbeiten. 

Außerdem tun uns beide Städte gut. Jeder würde sonst seine Stadt vermissen. Wir planen in der Regel ein Jahr im Voraus und beziehen natürlich Urlaubszeiten und Feiertage ein. Dann halten sich die Kosten auch in Grenzen. Für jemanden, der gerne spontan ist, wäre das jedoch nichts. 

Ulrich Wiesel nutzt gerne die Flugverbindungen von KLM ab Nürnberg.

Haben Sie Tipps und Tricks für andere Flugreisende?

Ulrich Wiesel: Das Problem ist natürlich, dass man nie weiß, was als nächstes entschieden wird. Ich würde mir im Zielland immer die Corona-Fallzahlen anschauen. Es gibt zum Beispiel die Sicher Reisen-App vom Auswärtigen Amt mit Informationen über den Zielort. Ich würde außerdem raten, nicht so viel Handgepäck einzupacken beziehungsweise in den Flugzeuginnenraum mitzunehmen. Oft werden Flüge aufgehalten, weil zu viel Hangepäck verstaut werden muss. Ich finde es sinnvoller, seinen Koffer aufzugeben.

Ulrich Wiesel und sein Ehemann unterwegs in Paris.

Geheimtipp für Paris?

Ulrich Wiesel:  In Paris wurde vor ein paar Jahren das Seine-Ufer für Autos gesperrt. Das gesamte Ufer entlang ist jetzt der Seine-Park. Dort unten gibt es Restaurants, Künstler und Liegestühle zum Sonnen. Das ist wunderschön! Wirklich beeindruckend. Man darf auch Fahrradfahren. Das ist wirklich Pariser Lebensqualität. Sonntags ist immer Tango-Tanz mit einer kleinen Band. Im August und September gab es dort den Paris-Plage mit Sand.

Ihr Lieblingsort in Nürnberg?

Ulrich Wiesel: Am besten gefällt mir der Tiergärtnertorplatz, schon immer. Die Atmosphäre auf dem Platz im Sommer ist in Nürnberg einzigartig. Einfach schnuckelig!


Ob in der Türkei, in Griechenland, in Italien, in der Ukraine oder in Rumänien: Neben Ulrich Wiesel besuchen viele weitere Menschen aus der Metropolregion Nürnberg Freunde und Verwandte im Ausland mit dem Flugzeug. Damit dies weiterhin möglich ist, haben Flughäfen und Airlines zahlreiche Maßnahmen für sorgloses und flexibles Reisen ergriffen. In Zeiten von Corona sollten Passagiere besonders auf die Vorgaben zur Einreise ins Zielland und zur Rückreise nach Deutschland achtgeben. 

Das könnte dich interessieren

Paris abseits der Touristenströme

Anna und Matthias haben ein langes Wochenende genutzt, um nach Paris zu fliegen. Dort sind sie abseits touristischer Sehenswürdigkeiten geblieben und haben so den ein oder anderen Geheimtipp entdeckt.

zum Beitrag (Archiv)

Sorglos und flexibel Fliegen - Maßnahmen der Airlines

Was tun die Fluggesellschaften für die Hygiene an Bord und die flexible Reiseplanung? Wir haben uns die Maßnahmen der Lufthansa Group, von Air France-KLM, TUI fly und Corendon Airlines angeschaut.

zum Beitrag

Pauschalreisen und Corona - Regelungen der Reiseveranstalter

Reiseveranstalter wie TUI oder FTI Touristik kommen ihren Kunden entgegen und bieten flexible Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten an.

zum Beitrag