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Marrakesch – Tausend und eine Reise wert

Christian Albrecht -

Marrakesch verzaubert Jahr für Jahr tausende Reisende und lässt mit seinem hektischen und geschäftigen Treiben keinen Grund zur Langeweile aufkommen. Das Wahrzeichen der Millionenstadt ist die Koutoubia, die als größte Moschee Marrakeschs und als eine der ältesten Marokkos gilt. Der ursprüngliche Stadtteil, die Medina (arabisch für Altstadt), ist von einer rund 19 km langen Stadtmauer umgeben. Zum Vergleich: Nürnbergs Stadtmauer misst eine Länge von rund 5 km.

Anreisen

Der Flughafen, der Aéroport Marrakech Ménara (RAK), liegt etwa 6 km von der Innenstadt entfernt. Die rote Stadt erreicht man ab Nürnberg in weniger als vier Stunden Flugzeit per Direktflug mit Ryanair.

Nach der Ankunft in Marrakesch gelangt man entweder mit dem Flughafen-Shuttlebus, einem Taxi oder einem privaten Transfer in die Altstadt. Eine Fahrt mit dem Taxi kostet rund 80 Dirham, das sind umgerechnet ca. 7,50 €. Der Shuttlebus vom Flughafen fährt zum Djemaa el Fna-Platz.

Sonnenuntergang am Djemaa el Fna
Flughafen in Marrakesch
Mit Ryanair gings nach Marrakesch

Verständigen

Muslime begrüßen sich mit den arabischen Worten "Salam aleikum", was “Friede sei mit dir" bedeutet. Nicht-Muslime sagen “säläm” (dt. Hallo oder Guten Tag) zur Begrüßung. Mit dem Wort “sukran” wird sich bedankt. Wer mit einigen marokkanischen Wörtern im Gepäck im Riad oder am Souk auftritt, hat das Eis gebrochen und wird noch herzlicher empfangen, als sonst ohnehin üblich.

Die Amtssprache ist Arabisch. Allerdings sind die Marokkaner stark auf Besucher und Touristen eingestellt. Daher kommt man mit Französisch und Englisch wunderbar zurecht. 

Wohnen in Riads oder Hotels

Riads sind Stadtwohnungen und Ruheoasen inmitten der hektischen Medina. Sie zeichnen sich immer durch einen innenliegenden Garten aus, der keine Überdachung hat. Zudem ist Wasser in Form eines Brunnens oder eines Pools zu finden. Aus religiösen Gründen wird Besitz und Wohlstand nicht gezeigt. Daher sind Riads von außen sehr schlicht gehalten. Oftmals betreiben die Besitzer der Stadtwohnungen nur vier bis zehn Zimmer, was einer familiären Wohnsituation gleicht.

Wer es lieber luxuriöser hat, kann natürlich auf die vielen Sternehotels außerhalb der Stadtmauer zurückgreifen. Die verhältnismäßig günstigen Preise für Sterne-Häuser locken die Gäste in moderne Hotels. Für Reisende, die fernab der Hektik unterkommen möchten, bietet sich das 5-Sterne-Hotel Le Palais Paysan an, das rund 25 km vom Zentrum entfernt liegt. Von der holprigen Sandpiste, die die letzten eineinhalb Kilometer zum Hotel führt, sollten sich die Gäste nicht abschrecken lassen. Bei der Ankunft erwartet den Besucher ein atemberaubendes Areal mit einem herrlichen, uneingeschränkten Blick auf das Atlasgebirge.

Brunnen im Riad Kniza 
Anklopfen
Le Palais Paysan ist wunderschön eingerichtet

Marokkanische Küche

Bei einer vollständigen marokkanischen Mahlzeit in einem Restaurant ist es üblich, dass eine üppige Vorspeise kredenzt wird. Die Vorspeise besteht u. a. aus Auberginen, Tomaten, Linsen, Bohnen und Kartoffelstücken, serviert in kleinen Schälchen. Dazu werden Batbout, ähnlich wie Pita-Brot, und frittierte, mit Käse oder Hackfleisch gefüllte Teigtaschen, gereicht. Alles zu probieren ist ein Muss!

Typische Vorspeisen im Restaurant
Schmorgericht in der Tajine
Blätterteig gefüllt mit Hühnerfleisch

Als Hauptgang erhält man meist ein Schmorgericht, bestehend aus Lamm, Huhn, Fisch oder Rind in der Tajine. Eine leicht süßliche Note bekommen die Gerichte meist durch Backpflaumen oder Rosinen. Vegetarier können aus Mahlzeiten mit Couscous und Gemüse wählen. Oftmals gibt es noch einen zweiten Hauptgang. Er besteht aus einem Blätterteig-Kuchen, der mit Zimt und Puderzucker verziert sowie mit Hühnerfleisch gefüllt ist. Die Kombination aus süß und herzhaft hört sich skurril an, schmeckt aber erstaunlich gut.

Djemaa el Fna bei Nacht
Ein Essensstand am Djemaa el Fna
Beim Teeservieren

Wer nach einem Imbiss Ausschau hält, ist am Platz Djemaa el Fna genau richtig. Abends gibt es dort unzählige Essensstände, die mit unterschiedlichen Gerichten aufwarten. Das Essen wird nebenan auf bereitgestellten Bänken und Tischen verspeist. Jeder Stand hat eine Nummer. So kann man sich bereits beim Durchschlendern einfach die Favoriten merken. Aber Vorsicht: Die zugehörigen Schlepper versuchen mit Speisekarten und einigen Englisch- oder Deutsch-Brocken die durchlaufenden Touristen an den Stand zu locken.

Teetrinken

Teekultur wird in Marokko groß geschrieben: Bei nahezu jedem Besuch wird grüner Tee mit frischer Minze serviert. Die Teezubereitung fängt beim Eingießen an. Der Tee wird in einem hohen Bogen aus der Kanne ins Glas gefüllt und mit viel Zucker versetzt. 

Marrakesch im Video

Ruheoasen innerhalb und außerhalb der Mauern

Wer sich vom hektischen Treiben der Medina eine Auszeit gönnen möchte, ist in einem der Gärten gut aufgehoben. Innerhalb der Stadtmauer ist Le Jardin Secret, der geheime Garten, ein toller Anlaufpunkt.

Außerhalb der schützenden Mauern ist der botanische Garten Jardin Majorelle ein beliebter Touristenort. Der Garten wurde vom französische Maler Jacques Majorelle angelegt und später vom Modedesigner Yves Saint Laurent gekauft und ausgebaut. Unweit des Gartens liegt das Musée Yves Saint Laurent (YSL-Museum), das viele Exponate und das Leben des französischen Designers zeigt.

Für Abenteurer empfiehlt sich eine Quadtour durch das Hinterland von Marrakesch. Ein möglicher Anbieter ist Dunes & Desert, die mit neuen Quads auf der geführten Tour Spaß in der Natur garantieren.

“Last price, my friend”

In der Medina ist immer etwas geboten: Der Souk wartet mit Lederwaren, geschnitzten Holzwaren, orientalischen Teppichen, Figuren, Bastkörben und unzähligen sowie exotischen Gewürzen auf.

Um immer einen guten Preis zu bekommen, sollten die Besucher des großen Basars das Einmaleins des Verhandelns drauf haben. Zu den Grundlagen zählen: einen Überblick verschaffen und nicht beim ersten Händler kaufen, immer freundlich bleiben und nie den zuerst genannten Preis zahlen. Beim Verhandeln gilt grundsätzlich die Ein-Drittel-Regel. Die Verkäufer gehen bis zu einem Drittel des ursprünglich genannten Verkaufspreises runter. Jetzt heißt es: zuschlagen und gleich in marokkanischen Dirham bezahlen!

Volle Gassen in der Einkaufsstraße
Datteln in Hülle und Fülle
Erst in den Abendstunden wird der Souk voll

Wenn es Nacht wird

Tagsüber wird die Stadt inner- und außerhalb der Stadtmauern erkundet. Wenn es aber dämmert, ist es ein Muss, den Sonnenuntergang vom Platz Djemaa el Fna aus zu bewundern. Am besten eignen sich die Dachterrassen des Café Glacier oder Café de France, die zu dieser Zeit brechend voll sind. Selbstredend handelt es sich um die Foto- und Selfie-Spots schlechthin.

Ein guter Anlaufpunkt ist die Kosybar, die innerhalb der Stadtmauer in der Nähe des berühmten Platz Djemaa el Fna liegt. Hier kann, für Marrakesch aufgrund religiöser Hintergründe eher untypisch, Alkohol in Form von Cocktails und Bier genossen werden.

Auf der Dachterrasse wollen alle ein Foto machen
Der Sonnenuntergang mit Blick auf die Koutoubia

Fazit

Marrakesch ist im Zentrum laut und hektisch, in den unzähligen Gärten und in den Riads ruhig und entspannt. Die rote Stadt bietet köstliches Essen sowie herzliche Gastfreundschaft. Die marokkanische Metropole ist im stetigen Wandel und trotzdem sehr traditionell. Marrakesch ist tausend und eine Reise wert!

Die Reise wurde von Ryanair und Visit Marrakech unterstützt. Dieser Beitrag ist mit Affiliate-Links ausgestattet.