Zurück zur Übersicht

Krakau - Vielfalt einer Stadt

Alena Schickler, Eugen Tschernov -


Ankunft in Krakau

Wenn man gerade in einer unbekannten Stadt gelandet ist und auf dem Weg ins Apartment alle Ticket-Automaten versagen, man sich verläuft und fünfmal um den Häuserblock laufen muss, bis man endlich den richtigen Eingang findet. War der Wochenendausflug dann überhaupt eine gute Idee?… Definitiv - und wie! Denn Tickets kann man in Krakau auch im Zug kaufen, unser Apartment hatte eine Regendusche (Ein Traum wird wahr!) und ab hier wurde es nur noch besser. Doch überzeugt euch selbst:

Musik by Tobu.


Günstig die Stadt erkunden

Durch Zufall entdeckten wir die “Free Walking Tours”, welche auf englisch, deutsch und spanisch stattfinden. Gegen freiwillige Spenden bieten die Führer Touren zu diversen Themen, aus allen Jahrhunderten der Geschichte Krakaus, an.



Nachtleben

Bei unserer Tour durchs jüdische Viertel sind wir nach einer Weile am Nowy Platz angekommen, welcher in den Jahrzehnten nach dem NS-Regime zum Zentrum des Nachtlebens in Krakau wurde. In den 80er Jahren eröffnete hier die erste Bar des Stadtteils. Getauft wurde sie Alchemia, ein ungewöhnliches, etwas punkig gehaltenes, aber gemütliches Etablissement, welches auch heute noch ein Kulturzentrum für junge und alte(rnative) Musiker darstellt. (“Alchemia”: Estery 5, 31-056 Kraków) So sind wir an einem Abend in ein Konzert des Rappers Ethnique Punch und der Band MLDVA + Cinar Timur reingestolpert. In dem kleinen Konzertraum mit gerade mal 40-50 Menschen verbreiteten sie eine derartige Stimmung, dass keiner der Anwesenden still stehen bleiben konnte.

Das gesamte Viertel wird zum Sonnenuntergang hin immer belebter. Feierfreudige Jugendliche, spazierende Pärchen oder Gruppen von Freunden, die nach Feierabend nochmal entspannen wollen, versammeln sich friedlich in etlichen Bars, Clubs und Restaurants in der Umgebung.


Polnische Leckereien

In der Mitte des Party-Platzers (plac Nowy) kaum zu übersehen: ein flaches, hell erleuchtetes Rondell. Früher einmal ein koscheres Schlachthaus, beherbergt es heute rund ein Dutzend Imbissstände, die vor allem eines anbieten: die polnische Fast-Food-Spezialität Zapiekanki. Diese gibt es in verschiedenen Sorten zu kaufen und auch wir konnten nicht widerstehen und gönnten uns die "Royal" Version - klare Kaufempfehlung!


Süße Verführung

Generell war unsere Lieblingsbeschäftigung in Krakau vermutlich das Essen - gleich am ersten Morgen haben wir uns verschiedene Süßwaren gegönnt, da wir möglichst viel ausprobieren wollten.

Dessertauswahl von oben.
Dessertauswahl einer lokalen Bäckerei.

Restaurantempfehlung: "Pirozki u Vicenta"

Besonders toll fanden wir das "Pirozki u Vicenta" (Lea 114, 30-052 Kraków), ein Restaurant, das von Van Gogh inspiriert wurde. Hier gibt es eine riesen Auswahl an Pierogi - egal ob süß, vegetarisch oder herzhaft. Da ist definitiv für jeden was dabei!

Pierogi-Teller im Restaurant Pirozki u Vicenta.
Gestaltung der Decke im Restaurant Pirozki u Vicenta.

Reisebudget für Krakau

Die Preise für Essen sind im Schnitt um 30 Prozent niedriger als in Deutschland. Mietwohnungen und Hostels haben wir bereits ab ca. 10 Euro pro Person / Nacht gefunden. Für unsere sehr stilvoll eingerichtete Airbnb Wohnung mit zwei Schlafmöglichkeiten haben wir nur 88€ für 3 Nächte gezahlt. Der Preis für die Flüge von Nürnberg fängt bereits bei knapp 10€ in eine Richtung an. Auch mit kleinen Preisen ist der Service immer auf hohem Niveau. Das macht Krakau zu einem perfekten Wochenend-Ausflugsziel, unabhängig der Größe des Geldbeutels.


Rathausturm am Rynek Glowny.

Unser Fazit

Eigentlich brauchen wir zu Krakau nicht viel mehr zu sagen, außer: “Fliegt hin!” Diese schöne Stadt im Süden Polens hat von Anfang an positiv überrascht, und uns mit jeder Stunde immer mehr in ihren Bann gezogen. 

Sie ist kompakt, aber nicht klein, aufregend, aber nicht hektisch, ruhig und doch voller Leben. Die facettenreiche Geschichte von Krakau macht es kontrastreich, bunt und ungewöhnlich. 

Aus mittelalterlichen Mysterien, der Erinnerung an die Schrecken des NS-Regimes, sowjetischen Bauten und modernen Technologien, entsteht eine Symbiose, die der Stadt einen eigenen Stil, eine eigene Schönheit verleiht, welche am ehesten noch mit der Märchenhaftigkeit von Prag vergleichbar wäre.