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Interview mit einem TUI fly-Piloten

Katharina Ostertag -

Marc Werth an seinem Lieblingsort: Dem TUI fly-Cockpit

Ab Nürnberg in die Welt

Marc Werth ist Pilot beim Ferienflieger TUI fly und darf ab Nürnberg mit seiner Crew in die Welt starten. Wir haben ihn die Dinge gefragt, die wir schon immer einmal von einem Piloten wissen wollten.

Warum sind Sie Pilot geworden?

Für mich ist das Fliegen tatsächlich Hobby und Berufung. Schon als Kind wollte ich Modellflugzeuge bauen und fliegen - was ich bis heute leidenschaftlich gerne tue. Mit 14 Jahren flog ich Segelflieger und mit 20 Jahren, während des Studiums, dann Motorflugzeuge. Dabei habe ich mir als Fluglehrer die weitere Ausbildung erarbeitet. Ich fliege einfach sehr gerne und bin jedes Mal aufs Neue begeistert. Die Abwechslung an Destinationen, auch je nach Wetter, Jahres- und Tageszeit lässt nie Langeweile aufkommen. Einen besseren Beruf kann ich mir nicht wünschen.

Werden Piloten regelmäßig auf Ihre Flugtauglichkeit geprüft?

Selbstverständlich! Ich gehe jedes Jahr zum Fliegerarzt für die vorgeschriebene gesundheitliche Untersuchung. Fachlich werden wir bei TUI fly mehrfach im Jahr überprüft. Das theoretische Wissen wird in diversen Tests abgefragt. Weiterhin gibt es mehrere Überprüfungen und Trainings im Flugsimulator, wo Normal- und Notverfahren geübt und geprüft werden. Zusätzlich gibt es eine Überprüfung im normalen laufenden Flugbetrieb.

Im Vergleich zu manch anderen Berufsgruppen also ein recht hohes Pensum an Weiterbildungen und Prüfungen - ganz im Sinne der Sicherheit.

Wann trifft sich die Crew am Flughafen?

Am Flugtag findet sich die gesamte Crew spätestens eine Stunde vor Abflug am Flughafen in einem TUI fly Crewraum ein, nachdem sie die obligatorische Sicherheitskontrolle passiert hat. Gemeinsam besprechen wir die Planung der Tages, gehen auf Besonderheiten sowie das Wetter ein und legen die zu tankende Kraftstoffmenge fest. Anschließend geht es raus zum Flugzeug, wo wir unsere Gäste 25 Minuten vor Abflug willkommen heißen. Kurz vor dem Abflug laufen einige Vorgänge parallel ab. Das Ganze klappt nur deshalb in so kurzer Zeit, weil alle Beteiligten - bei TUI fly und am Airport Nürnberg - ein perfekt eingespieltes Team sind.

Wie wird das Flugzeug vorbereitet?

Die Crew nimmt die Maschine nochmals sehr genau unter die Lupe, obwohl der Techniker nachts bereits eine Inspektion gemacht hat. Dazu nehmen wir jede Menge Testabläufe und Einstellungen sowie eine genaue Sichtprüfung vieler Details des Fliegers von innen und außen vor. Gleichzeitig muss der Flieger betankt und gegebenenfalls von innen gereinigt werden. Auch das Catering kommt an Bord und die Kabinenbesatzung führt eine genaue Überprüfung der Ausrüstung durch.

Was passiert im Cockpit, während die Passagiere einsteigen?

Im Cockpit stellen wir alle Instrumente für die geplante Abflugroute ein. Wenn der Beladeplan fertig ist, führen wir die nötigen Berechnungen für den Start wie zum Beispiel Leistung, Landeklappen und Geschwindigkeiten durch. Außerdem sprechen wir im Cockpit die genauen Abflug- und Notverfahren nochmals durch.

Wenn alle Gäste und die Gepäckstücke an Bord sind, werden die Türen geschlossen und die Triebwerke gestartet - und los geht es Richtung Urlaubsziel - oder wieder nach Hause.

Welche Funktionen übernimmt der Autopilot?

Der Umfang des Einsatzes des Autopiloten wird oft überschätzt. Ein Flug findet bei Weitem nicht vollautomatisch statt! Der Start wird grundsätzlich von den TUI fly Pilotinnnen oder Piloten manuell gesteuert. Auch die allermeisten Anflüge und Landungen werden, ab einer bestimmten Höhe, von Hand geflogen. Das ist auch gut so, denn dadurch erhalten wir uns die wichtigen fliegerischen Fähigkeiten. Natürlich macht das auch Spaß - wozu wären wir sonst Flieger(-innen) geworden?

Im Steigflug nach dem Start, im Reiseflug und Sinkflug fliegt zwar meist der Autopilot das Flugzeug - das heißt er hält eine vorher eingegebene Route ein, fliegt einen bestimmten Steuerkurs und hält dabei Flughöhe oder Steig- und Sinkgeschwindigkeit - die Eingaben dazu kommen aber zu jeder Zeit von den Piloten und die korrekte Ausführung der Kommandos wird von uns ständig überwacht. Nur wenige Landungen, fast ausschließlich bei starkem Nebel, werden vom Autopiloten bis zum Aufsetzen gesteuert.

Marc Werth am Airport Nürnberg

Was machen die Piloten während des Flugs?

Eine/r der beiden Pilotinnen/Piloten fliegt das Flugzeug. Sie oder er macht übrigens auch die Durchsage an unsere Fluggäste. Die oder der jeweils andere kümmert sich fortlaufend um die nötigen Einstellungen der Systeme und führt die elektronische Dokumentation sowie den Funkverkehr mit den Fluglotsen der Flugsicherung durch. Dabei wechseln wir uns jedoch im Laufe des Einsatztages ab, das heißt eine(r) fliegt hin, die oder der andere zurück. Ja, und dann schauen wir auch einfach aus dem Fenster. Einerseits um den Luftraum zu beobachten, andererseits aber auch weil Himmel, Wolken, Sonne, Sterne, Wasser und die Erde immer wieder spektakuläre und wunderschöne Aussichten bieten. Da haben wir mit unseren sechs Cockpitfenstern schon ein Privileg.

Was passiert bei Turbulenzen?

Sollte es einmal turbulent sein, passen wir die Fluggeschwindigkeit an und versuchen die Flughöhe zu wechseln, um es unseren Gäste angenehmer zu machen. Mit der Kabinenbesatzung stimmen wir ab, ob der Service weitergehen kann oder sicherheitshalber unterbrochen werden muss.

Was passiert bei einem Gewitter?

Wenn Gewitter in der Luft sind, analysieren wir gemeinsam mithilfe des Wetterradars den besten Flugweg und sprechen Ausweichkurse mit der Flugsicherung ab. Gewitter werden grundsätzlich weiträumig umflogen.

Welche Landebahn ist besonders beeindruckend?

Ein von mir gern angeflogenes TUI fly-Ziel ab Nürnberg ist die griechische Insel Korfu. Während des Anflugs bei Südwind hat man einen schönen Blick auf die hügelige Insel mit ihren vielen weißen Häusern. Am Ende der Landebahn befindet sich in der Lagune eine Art Wendehammer. Aufgrund der malerischen Lage zieht der Flughafen auch viele Schaulustige und Planespotter an, die die an- und abfliegenden Flugzeuge aus den umliegenden Cafés aus beobachten.

Der Flughafen auf Korfu

Was war das schönste Erlebnis, dass Sie je auf einem Flug hatten?

Die schönsten Erlebnisse kommen zustande im Umgang mit den Kollegen am Boden und im Flugzeug, den Fluglotsen und den Fluggästen.

Wir Pilotinnen und Piloten haben natürlich weniger direkten Kontakt zu unseren Gästen als die Kabinenbesatzung. Aber oft gibt es tolle Erfahrungen in besonderen Situationen, wenn jemand Hilfe benötigt oder, was wir ja zu vermeiden suchen, wenn es einmal Verspätung gibt. Am schönsten ist es, wenn es uns dann gemeinsam gelingt, das optimale Ergebnis für alle zu erzielen. Das ist eine unserer Stärken bei TUI fly.

Sehr schön sind auch die wunderbaren Aussichten aus dem Cockpit. Immer wieder anderes Licht, andere Farben und Formen. Wolken, auch Gewitterwolken, sehen oft grandios aus. Nachts kann man, aufgrund der Flughöhe, viel mehr Sterne sehen, als vom Boden aus. Besonders im August dann auch Sternschnuppen. Einmal konnten wir sogar fantastische Polarlichter beobachten - einzigartig!


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