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Insidertipps für Sofia

Elise Pongratz, Friederike Herget - 14. Februar 2017

Eigentlich ist Sofia nicht gerade die Stadt, die bei den Städtereisen der Deutschen ganz oben steht. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Über die Hauptstadt Bulgariens ist nur wenig bekannt, und das was man über Bulgarien weiß, ist meistens mit dem berühmten Goldstrand und Vorurteilen verbunden.

Doch das ist eigentlich schade. Denn Sofia ist eine Stadt, die man unbedingt gesehen haben muss. Diese Stadt strotzt nur so vor Einzigartigkeit und Vielfalt. Und das auf eine Weise, die einen nicht gleich aus den Schuhen haut, sondern ganz sachte mitreißt. Obwohl hier fast 1,3 Millionen Menschen zuhause sind, ist diese Großstadt so beruhigend und entschleunigt wie keine andere. In den breiten Straßen der Innenstadt reihen sich langsam verfallene Villen an moderne und aufwendig restaurierte Geschäftsgebäude an jahrhundertealte Kirchen. Dieser Beitrag ist für alle, die sich bereits für eine Reise in den Osten entschieden haben, und für diejenigen, die erste Überzeugt werden wollen.

Die Anreise


Um die schon einmal die besten Anlaufpunkte und Insidertipps zusammen zu tragen, sind wir zu zweit in ein Flugzeug gestiegen und haben ein Wochenende in der Hauptstadt Bulgariens verbracht. Sofia zählt zu einer der ältesten Städte Europas und befindet sich seit Ende des Kommunismus stark im Wandel. Und genau das macht die Stadt spannend. Hier ist alles so anders und trotzdem innerhalb eines Wochenendes ganz vertraut. Sofia hat einen ganz besonderen Charme. Das liegt zum einen an vielen Details der Stadt: gelbes Kopfsteinpflaster, über das die alten Autos holpern, weitläufige Parks und Baumgruppen in jeder Straße und die liebevollen Details in einem beleuchteten Fenster heruntergekommener Fassaden. Das liegt aber auch an der Herzlichkeit, mit der man von den Bulgaren Empfangen wird. Man hat manchmal das Gefühl, dass wenn man einen Einheimischen nach dem Weg fragt, er dir auch gleich die ganze Stadt zeigen könne. Und jeder, dem das Stadtgetümmel irgendwann doch einmal zu viel wird der gelangt in weniger als einer Stunde in die Berge, die Sofia umgeben. 

Haustüren und Geschäftseingänge

Vorbereitung und Verkehr in Sofia

Für Sofia gibt es derzeit noch keinen Reiseführer. Doch auf einigen Reiseblogs finden sich bereits einige interessante und hilfreiche Tipps zu der Stadt. Sofia kann aber auch gut ohne vorbereitete Wegführer und Reisetipps besichtigt werden. Und es lohnt sich auf jeden Fall, die Menschen in Cafés, der Unterkunft oder an Infopoints nach guten Geheimtipps zu fragen. Hier bekommt man mit Sicherheit Vorschläge, die noch nirgends veröffentlicht wurden.

Ein wichtiger Punkt, der allerdings schon vor der Abreise beachtet werden muss: Bulgarien ist zwar Teil der EU, was die Einreise unkompliziert gestaltet, hat aber nicht den Euro. Die großen Banken in Deutschland wechseln jedoch problemlos zu guten Konditionen von Euro in die bulgarische Währung Lew. Allerdings brauchen die Banken ein paar Tage um das Geld zu bestellen.

Auch wenn Sofia nicht das Hauptziel der Deutschen ist, sollte nicht unterschätzt werden, dass die Hauptstadt sehr gut besucht ist. Dementsprechend sollte man sich auch rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern. Beim Buchen sollte unbedingt auf bestehende Bewertungen geachtet werden. Ein Hostel oder Hotel ohne Bewertungen muss nicht schlecht sein, kann aber zu bösen Überraschungen führen. Eine Übernachtung ist prinzipiell nicht teuer, durchschnittlich 8 Euro pro Person und Nacht. Es lohnt sich allerdings ein paar Euro mehr zu investieren, um ein schönes Zimmer und gutes Frühstück zu bekommen.

Am entspanntesten ist die Anreise nach Sofia sicherlich mit dem Flugzeug.

Angekommen in Sofia muss wieder einiges beachtet werden. Fahrpläne in Bulgarien und auch in der Hauptstadt Sofia sind meistens in kyrillischer Schrift. Es lohnt sich also bereits Zuhause in Deutschland noch einen U-Bahn Plan oder Busverbindungen auf das Handy zu laden. Mit dem öffentlichen Netz sind dann problemlos alle Ziele zu erreichen.

Taxifahren in Sofia ist günstig, und Besucher bekommen von zahlreichen Taxifahrern unmittelbar nach der Ankunft am Flughafen in Sofia Angebote für eine entsprechende Fahrt in die Innenstadt. Das ist zwar gemütlich, dauert aber vor allem bei viel Verkehr sehr lange. Wir haben uns für die U-Bahn entschieden. Also erst einmal etwa 10 Minuten mit dem Shuttlebus von Terminal 2 nach Terminal 1 fahren. Von dort aus fährt die Bahn in kurzen Abständen in die Innenstadt. Die meisten U-Bahnhöfe sind sehr groß, und am Anfang ist es schwierig, den richtigen Ausgang zu finden. Von der Haltestelle bis zur Unterkunft sollte unbedingt noch etwas Gehzeit eingerechnet werden, da die Entfernungen sehr groß sein können.

Jede Fahrt mit U-Bahn oder Bus kosten pro Richtung 1,6 Lew. Die Tickets müssen vor der Fahrt abgestempelt werden. Man kann sich auch gleich mehrere Scheine kaufen, um nicht jedes Mal zu einem Schalter gehen zu müssen. Es ist auch ein Tagesticket erhältlich, das sich für eine reine Stadtbesichtigung allerdings nicht lohnt.

Die U-Bahnhöfe gehören zu den modernsten der Welt

Sehenswürdigkeiten


Ein paar der klassischen Sehenswürdigkeiten in Sofia sollten unbedingt besucht werden. Die meisten liegen sehr nahe beieinander, weshalb man alles gut zu Fuß erkunden kann.

Nicht zu übersehen ist die Alexander-Newski-Kathedrale. Die Grundsteine der Kathedrale wurden 1882 gelegt und bis 1912 fertig gestellt. Sie wurde zum Gedenken an Zar Alexander II. und den 200.000 gefallenen Soldaten der bulgarischen Befreiung Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Noch heute wird sie als aktives Gotteshaus genutzt und dient dem aktuellen Patriarchen Neofit als Patriarchenkathedrale und Sitz. Die Besten Bilder lassen sich nachmittags machen, wenn die Kirche in der rötlichen nachmittags Sonne strahlt. Nachts wird die Kathedrale beleuchtet und versetzt den gepflasterten Platz in ein gespenstiges Licht-Schatten Spiel.

Das Besondere an dieser wunderschönen Kirche liegt verborgen in der Krypta darunter. Hinter einem Seiteneingang verlaufen ein paar Treppen hinunter in ein kleines, schwach beleuchtetes Gewölbe.Direkt dahinter duckt sich ein zweites. Es ist still, nur das murmeln von betenden Frauen ist zu hören. Am Ende des Raumes befindet sich eine kleine Nische mit dem steinernen Sarg vom Erzbischof Seraphim Sobolew. Er war so beliebt bei seinen Anhängern, dass bereits vor seinem Tod die Menschen befürchteten, später keine Hilfe mehr zu bekommen. Also versprach Seraphim den Menschen, dass sie ihm auch nach seinem Tod in Briefen um Hilfe bitten können. Als er 1950 verstarb, wurde er in der Krypta unter seiner Kirche begraben. 2016 wurde er heiliggesprochen. Die russische Nikolaus-Kirche wurde 1914 fertig erbaut und diente als offizielle Kirche der russischen Bevölkerung.

Die Rotunde des Heiligen Georgs ist wahrscheinlich das älteste Gebäude in Sofia. Es wurde bereits im 4. Jahrhundert von den Römern errichtet. Heute befindet es sich im Innenhof hoher Gebäude, zwischen dem Sitz des bulgarischen Präsidenten und einem noblen Hotel. Die Rotunde ist berühmt für die gut erhaltenen Fresken aus dem 10. bis 14. Jahrhundert und beherbergt heute eine Art Souvenir-Shop. Vor dem Gebäude sind noch immer Ruinen des historischen Sofias, Serdica genannt, zu sehen.

Der Nationale Kulturpalast wurde in der Zeit des Kommunismus gebaut. Das Gebäude wirkt wie ein plumper Betonklotz mitten in einem Park, dessen weitläufige Flächen von Kindern zum Spielen genutzt wird und sich auf den Bänken junge Pärchen drängen. Ein junger Bulgare beschreibt es uns als leeres Stahlgebäude und vermittelt, wie wenig er sich mit diesem Bauwerk und der damaligen Regierungsform verbunden fühlt. Und in der Tat steht es heute weitgehend leer. Nur gelegentlich finden hier Konzerte statt oder werden kleine Teile von Kunstausstellungen belegt.

Absolut faszinierend ist jedoch das Monument das am Anfang desselben Parks steht. Wie ein Skelett ragt es mehrere Meter in den Himmel. 1981 wurde es zur 1300 Jahr-Feier Bulgariens errichtet und danach von Obdachlosen und Drogenabhängigen genutzt. Nachdem das Gebilde anfing langsam einzustürzen, wurde ein Zaun darum gebaut. Es bietet keinen schönen Anblick, ist aber dennoch sehenswert.

Über der gleichen Station thront in 8,8 Metern Höhe die “Heilige Sofia”. Die Statue soll die Schönheit und Größe der Stadt verkörpern. Sie wurde nach der gleichnamigen Kirche benannt, nach der auch die Stadt benannt wurde. Erbaut wurde die Statue im Jahr 2000 an diesem Ort, der Platz der Unabhängigkeit heißt. An derselben Stelle stand zuvor eine Lenin Statue.

Für alle, die noch mehr Tipps und sehr ehrliche Empfehlungen brauchen, empfehlen wir euch den Infopoint im City Garden. Hier bekommt man nicht nur ausführliche Informationen über die sehenswertesten Sehenswürdigkeiten und Highlights der Stadt, sondern auch sehr spezielle Insidertipps wo man nachmittags gemütlich Tee trinken und abends am besten Essen gehen kann sowie danach die beste Musik und den besten Wein bekommt.

Essen und Trinken

Der beste Ort nach einem kalten und nassen Tag: Das Veda House - hier kann man in eine andere Welt einsinken.

Das mit Liebe eingerichtete, kleine Restaurant ist bekannt für seine besondere Art. Die Besucher sitzen auf riesigen Kissen auf dem Boden und ziehen sich im oberen Stockwerk die Schuhe aus. Im Veda House gibt es vor allem eines: Tee. In allen Geschmacksrichtungen, die man sich wünschen kann. Unser absoluter Favorit: Pinienbaum Tee.

Es gibt aber nicht nur Tee, sondern auch arabisches Essen und die skurrilsten Eissorten. Geschmacksrichtungen wie “Yoga Eis” oder “Istanbul”, ein Sesam Tahini Eis, stehen hier auf dem Menü.


Das Gefühl wie Zuhause findet sich in dem Café “Apartamenta”, ein kleiner Geheimtipp des Infopoints. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um eine alte Wohnung in einem eleganten Haus aus dem Jahr 1914 mitten in der Innenstadt. Die Räume wurden in verschiedenen Stilen eingerichtet. Jeder Raum soll für sich ein anderes Gefühl in dem Besucher hervorrufen. So gibt es einen tibetanischen Teeraum direkt neben einem Raum voller Buddha Figuren und bunten Tüchern, bis hin zu einem kleinen Kino in dem regelmäßig Filme lokaler Künstler gezeigt wird. Schon beim Betreten ist klar, dass es sich nicht um ein normales Kaffeehaus handelt. Das Apartamenta ist eines der ersten alternativen Anlaufstellen in Sofia und passt damit perfekt in das “Hipster” Viertel Sredets.

Der Kaffee in Bulgarien gehört leider nicht zu den besten. Anscheinend ist es hier üblich den Kaffee schon gemischt mit Milch und Zucker anzubieten. Schwarzen Kaffee gibt es eher selten zu kaufen.


Im Divaka gibt es typisch bulgarisches Essen und davon reichlich. Die Menschen in Bulgarien lieben es abends Essen zu gehen, denn das ist oftmals genauso preiswert wie das Kochen Zuhause. Gebratenes und frittiertes Fleisch gibt es hier reichlich, aber auch Suppen sind in der Balkanküche stark verbreitet. Besonders beliebt ist die Gurkensuppe “Tarator”, eine kalte Suppe bei der zumeist Gurken, Knoblauch, Dill und Olivenöl sowie eventuell zerstampfte Walnusskerne in eiskalten Joghurt gerührt werden. Als Beilage gibt es häufig Pommes mit Sirene, einem bulgarischen Salzlakenkäse. Sirene ist wohl der beliebteste Käse in Bulgarien, dieser ist in den meisten Gerichten verarbeitet. Anderer Käse wird hier einfach “yellow cheese” genannt.

Rezept für Tarator-Suppe

Zutaten

1 Salatgurke geschält und klein geschnitten

500g Joghurt

7 Knoblauchzehen fein geschnitten oder gepresst

1 EL Olivenöl

10 Walnüsse gehackt oder geraspelt

1 Bund Dill fein geschnitten

2 Tassen Wasser

Zubereitung

Den Joghurt mit einem Mixer gut verrühren. Die Knoblauchzehen, die Walnüsse, die Salatgurke und das Olivenöl hinzufügen. Mit Salz abschmecken. Alles gut verrühren und mit 2 Tassen Wasser verdünnen.

Tarator mit fein geschnittenem Dill bestreuen und gut gekühlt servieren.


Das Sun Moon liegt ebenso in Sredet. Das kleine Restaurant bildet die Spitze fünf aufeinander treffenden Straßen und ist somit der Mittelpunkt eines kleinen Platzes. Auf der Straße vor dem Gebäude sitzen junge Studenten und hippe Senioren beisammen. Sun Moon ist ein beliebter Treffpunkt für junge und alte Menschen, die gerne gesund und frisch essen. Alle Gerichte und Gebäcke sind Homemade und mit Liebe zubereitet. Nachdem der Bauch gefüllt ist, empfehlen wir ein kleines Abenteuer, das schon eine Straße weiter auf den Besucher wartet.

Die wohl skurrilste Bar in Sofia ist die Hambara. Sie eröffnet jeden Abend um 22 Uhr und ist nicht einmal eine halbe Stunde später voll besetzt. Die Wegbeschreibung dorthin hört sich im ersten Moment ganz stark nach nichts Legalem oder sogar Gefährlichem an. Die Bar liegt in der Straße ulitsa 6-ti septemvri nur 50 Meter vom Sun Moon entfernt.

Es gibt kein Schild, das auf den Eingang der Hambara hinweist. Lediglich der Tipp, auf eine dunkle Gasse mit einem Licht am Ende zu achten, wurde uns mit auf den Weg gegeben. Unsicher entdecken wir ein offen stehendes Gittertor und eine dunkle Gasse dahinter. Am Ende des schmalen Ganges brennt ein Licht. Eine kleine Laterne, die in einer Nische über einer alten Holztüre hängt.


Die Tür ist normalerweise abgesperrt und nur durch Anklopfen gelangt man in die Bar. Dahinter eröffnet sich ein rauchiger Raum mit schummrigen Licht. Es gibt keine Elektrizität, der Raum wird einzig und allein durch unzählige Kerzen beleuchtet. Im Hintergrund spielt jemand auf einem Klavier, das in der Ecke des Raums steht.

Dieses Abenteuer sollte sich niemand entgehen lassen!

Wer sind eigentlich die Bulgaren?

Die Bulgaren sind ein sehr menschenfreundliches Volk. Besonders Hilfsbereitschaft wird in Bulgarien ganz groß geschrieben. Sie leben ganz nach dem Motto: Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.

Auffällig ist, dass vor allem fremde Menschen sehr offen und freundlich sind. So lernten wir ganz spontan Orlin kennen, einen jungen Bulgaren, der selber in Sofia gelebt hat.

Er erzählte uns, dass sich die Einstellung der Menschen in den letzten Jahren stark verändert hat. In Bulgarien standen die Traditionen an höchster Stelle und das tuhen sie für ältere Menschen noch immer. Doch die jüngere Generation sehnt sich nach etwas Neuem und reist deshalb sehr viel. Durch diese Eindrücke ist vor allem Sofia geprägt.

Es ist egal wie es mir geht, Hauptsache meinem Nachbarn geht es schlechter.

Orlin Genchev

Jeder umgibt sich mit den Menschen, die einem selber guttun. Begegnen man den Bulgaren jedoch mit Höflichkeit und Großzügigkeit, schenken sie einem das Doppelte zurück.

Auf der anderen Seite achten vor allem ältere Menschen stark darauf, dass es immer jemanden gibt, dem es schlechter geht als einem selbst. Solange dies der Fall ist sind die Bulgaren zufrieden und haben nicht das Bedürfnis etwas an ihrer Situation zu ändern.

Soziale Gruppen bilden sich sehr schnell in Bulgarien, und ändern sich auch ständig. Auf der Straße kann sich ganz spontan eine Gruppe bilden, mit der man dann einen Abend verbringt und sich dann eventuell nie wiedersieht, obwohl es Allen gefallen hat. Die Menschen gehen häufig auf fremde Menschen zu und bilden mit diesen neue soziale Gruppen. Es ist egal wie lange diese Gruppen halten, es geht an erster Stelle darum, sich gegenseitig zu unterstützen und die Zeit zu genießen.

Die Berge um Sofia


Sofia ist umgeben von Bergen. Durch die Häuserschluchten der Stadt lugen an klaren Tagen immer mal wieder die Gipfel des Witoschagebirges. Beliebte Ziele sind die Kirche von Bojana, sowie der Tscherni Wrach, der mit seinen 2.290 Metern der Höchste des Gebirges ist. Von der Stadt aus sind die Berge mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wichtig ist, dass U-Bahn und Buslinien gut im Stadtplan zu erkennen sind, denn die Buspläne an den Haltestellen sind ausschließlich in kyrillischen Schriftzeichen. Sollte man hier einmal nicht weiterkommen, helfen Einheimische immer gerne weiter.

Eine 30 Jahre alte, rote Gondel bringt Besucher das ganze Jahr über bis zu einer kleinen Häusergruppe an der Waldgrenze. Die Fahrt kann bei starkem Wind schon einmal zu einem kleinen Abenteuer werden. Auf den Gipfel des Tscherni Wrach gelangt man im Sommer dann zu Fuß. Der Aufstieg dauert etwa anderthalb Stunden und führt über einen leicht ansteigenden Pfad über die Baumgrenzen. Die Landschaft duckt sich in moosig grünen und braunen Farben unter starken Wind an den Boden. Auf dem Weg kommt man an verfallenen Hütten und liegengelassenen Skilift-Überresten vorbei. Die Trümmer ragen aus dem langen wehenden Gras und wirken so unwirklich, dass sie ein einzigartiges Gesamtbild ergeben.

Der Gipfel des Tscherni Wrach ist eine kleine kahle Ebene. Hier oben gibt es eine Schutzhütte die gleichzeitig eine Wetterstation ist. In der kleinen Wirtschaft drängen sich die Bergsteiger. Hier ist es warm und der einzige Ort, an dem man den kalten Wind entfliehen kann. Auf der Karte stehen Suppe sowie heiße Getränke.

Auf dem Rückweg in die Stadt nehmen wir den Bus Nummer 123 und steigen an der Haltestelle G.M. Dimitrov in die U-Bahn Richtung Innenstadt um. Dieser Weg ist auch andersherum der beste. 

Unser Fazit

Berlin ist wie ein Song der im Radio spielt – laut und schrill. Drehst du die Lautstärke etwas runter bekommst du Sofia.

Orlin Genchev

Sofia ist eine Stadt, die jeder mal gesehen haben sollte. Neben gutem Essen, günstigen Preisen und vielen abwechslungsreichen Aktivitäten warten auch interessante Sehenswürdigkeiten darauf erkundet zu werden.

In den letzten fünf Jahren hat sich Sofia stark verändert. Es ist viel sicherer geworden und außerdem auch europäischer. Die Menschen haben Gefallen daran gefunden, zu reisen und verändern Sofia durch diese neu gewonnenen Eindrücke. “Es ist eine verrückte Stadt, die viel Potenzial hat”, erzählt uns Orlin. So haben wir das auch erlebt. Sofia ist nicht wie jede andere europäische Stadt, die schon eifrig auf Touristen aller Welt wartet. Auf uns wirkt sie unberührt und ehrlich. Auf der Straße trafen wir kaum auf andere Touristen, so konnten wir ganz unvoreingenommen in die bulgarische Kultur eintauchen.

Die neue Generation der Bulgaren erfinden Sofia völlig neu. Junge Sofianer fordern bestehende kulturelle Grenzen der Stadt heraus und tun dies auf eine frische und ausdrucksstarke Weise. Sofia ist keine herausgeputzte Stadt, trotzdem wunderschön durch ihren ganz besonderen, alternativen Charme.

Für jeden, der sich auf ein ehrliches und aufgeschlossenes kulturelles Abenteuer einlassen möchte, gibt es keinen besseren Zeitpunkt Sofia zu besuchen.

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