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Geheimtipps für Paris abseits der Touristenströme

Anna Frey und Matthias Friedel -

Wir, Anna und Matthias, haben ein langes Wochenende im November genutzt, um nach Paris zu fliegen. Dort hatten wir uns vorgenommen, eine andere Seite der Stadt kennen zu lernen und nicht nur die Standard-Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm und den Louvre zu besichtigen. Wir sind abseits der Touristenmassen geblieben und haben den ein oder anderen Geheimtipp entdeckt.

Ausblick aus dem Flugzeug von Air France

Unser Abenteuer geht los

Am Airport Nürnberg angekommen, checken wir entspannt unser Gepäck ein und gehen anschließend durch die Sicherheitskontrolle. Dann sitzen wir auch schon im Flugzeug und die Stewardess der französischen Fluggesellschaft Air France begrüßt uns freundlich mit einem "Bonjour!". Das Ziel unserer Reise: der Pariser Flughafen Charles de Gaulle. 

Kaum sind wir in der Luft, strahlt uns ein glühender Sonnenaufgang an, unter uns ein Meer aus Wolken. Nach knapp unter zwei Stunden Flug, übrigens genug Zeit für ein entspanntes Frühstück und ein kurzes Nickerchen, landen wir auch schon am Flughafen im Norden von Paris.

Angekommen in Paris!

Das letzte Stück zu unserem Hotel bewältigen wir mit Bus, Bahn und Metro, der Pariser U-Bahn. 

Wir haben uns eine Unterkunft in der Nähe des Nordbahnhofs ausgesucht, etwas außerhalb des Zentrums, wo die Zimmerpreise niedriger und die U-Bahnen relativ leer sind. Nachdem wir im Hotel eingecheckt haben, trinken wir in einem kleinen Café direkt gegenüber einen Cappuccino. Die Einrichtung des Lokals ist wie aus dem Bilderbuch, genau wie man sich ein Pariser Café vorstellt. Touristen scheinen sich dorthin nicht allzu oft zu verirren. 

Dann stürzen wir auch schon los in den Pariser Großstadtdschungel. Um in der Stadt voranzukommen, benutzen wir das ganze Wochenende über die Metro. Die U-Bahnen fahren im Fünf-Minuten-Takt und bringen uns zuverlässig an fast jedes Ziel. Ein Tagesticket für unter 26-Jährige kostet nur 4,10 Euro.

Überdachter Markt „Marché Des Enfants-Rouges“

So langsam bekommen wir Hunger. Deshalb ist unser erstes Ziel der Markt „Marché Des Enfants-Rouges“ im Stadtviertel Marais. Der Eingang des großteils überdachten Innenhofs wirkt von außen so unscheinbar, dass wir fast daran vorbeilaufen. Als wir durch die Tür treten, eröffnet sich uns dann aber eine ganz neue, unerwartete Welt. Zahlreiche Stände bieten Essen aus vielen verschiedenen Ländern an. Typisch französische, italienische, japanische und marokkanische Köstlichkeiten lassen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auch buntes, exotisches Obst und frischer Fisch werden an einigen Ständen angeboten. Viele Franzosen kommen hier für einen Mittagssnack her, oder auch für das typische Glas Rotwein am Mittag. Wir entscheiden uns für einen marokkanischen Stand und bestellen marokkanisches Brot, Paprikasalat und die marokkanische Variante eines Crêpes. An einem der vielen kleinen Tische an der Seite des Stands lassen wir uns nieder und genießen gemütlich unser Mittagessen.



Stadtviertel Marais

Im Anschluss lassen wir uns noch etwas durch die schönen Straßenzüge von Marais treiben. Immer wieder fallen uns die malerischen Kontraste auf, zwischen schick herausgeputzten Fassaden mit edlen Läden und dann aber heruntergekommenen Häusern, deren Wände oft mit teils stilvollen, teils hässlichen Graffitis bedeckt sind. 

Käsefondue im Künstlerviertel Montmartre

Am Nachmittag entspannen wir eine Weile in unserem Hotel, danach machen wir uns auf zu einem Abendspaziergang durch Montmartre, einem Künstlerviertel in Paris. Dort kreuzt sich unser Weg dann doch mit den Touristenmassen, denn die Metro spuckt uns ganz in der Nähe der berühmten Kirche Sacré-Cœur aus. Dort tummeln sich auch am Abend noch die Massen, umrahmt von Souvenirgeschäften und Schlüsselanhängerverkäufern. Wir wagen uns durch die Menge und steigen die Treppen hinauf zur Kapelle, die wir aber dann links liegen lassen. Zwei Straßen weiter ist es gleich schon weniger belebt und wir genießen den abendlichen Spaziergang durch die stimmungsvoll beleuchteten Gassen des auf einem Hügel gelegenen Viertels. Immer wieder blitzt in der Ferne der in Scheinwerferlicht getauchte Eiffelturm auf. Wir laufen an vielen kleinen Restaurants vorbei, bis wir uns schließlich für eines entscheiden können. Dort gönnen wir uns nach dem anstrengenden Tag ein Fondue aus drei verschiedenen französischen Käsesorten.

Aussichtspunkt Tour Montparnasse

Den zweiten Tag beginnen wir auf dem Tour Montparnasse, einem 210 Meter hohen Wolkenkratzer. Das Hochhaus wird eigentlich als Bürogebäude genutzt, die oberste Etage und die Dachterrasse sind aber für Besucher zugänglich. Bis 2011 war der Tour Montparnasse sogar das höchste Gebäude in Paris, wurde dann aber von einem anderen Hochhaus übertroffen.

Nachdem wir Tickets gekauft haben, werden wir in einen Aufzug gelotst, der uns bei lockerer Fahrstuhlmusik 56 Stockwerke in die Höhe fährt, was schneller geht als gedacht: Der veränderte Luftdruck macht sich auf unseren Ohren bemerkbar. Im obersten Stockwerk angekommen gehen die Türen auf, wir laufen einmal um die Ecke. Dann eröffnet sich uns strahlend hell eine spektakuläre Aussicht auf die Stadt. Immer wieder entdecken wir verschiedene Sehenswürdigkeiten: Das Centre Pompidou, Notre Dame (oder was davon übrig geblieben ist), den Palais de Luxembourg und viele mehr. Auch auf den Eiffelturm haben wir perfekte Sicht. Für Fotobegeisterte ein wahres Paradies! Interaktive Infotafeln erklären zudem, was wo genau zu sehen ist und geben Hintergrundwissen zu den Bauwerken. Nachdem wir die Aussicht so gut es geht in uns aufgesogen haben, gehen wir noch ein Stockwerk höher auf die Dachterrasse, wo uns der Wind kräftig um die Ohren fegt. Auch hier entstehen noch ein paar Fotos, die sich sehen lassen.

Wir haben bewusst den Tour Montparnasse dem Eiffelturm vorgezogen. So entgehen wir nicht nur den großen Touristenströmen und stundenlangem Schlange Stehen, sondern wir erhalten auch einen besseren Ausblick. Schließlich hat man keine Sicht auf den Eiffelturm, wenn man gerade darauf steht! Und auch für Menschen, die von Höhe nicht gerade begeistert sind, dürfte der Tour Montparnasse mit seiner schützenden Verglasung um einiges angenehmer sein als der zugige Eiffelturm.


Freiheitsstatue auf der Île aux Cygnes

Nachdem wir die Abfahrt gemeistert haben, geht es weiter mit der Metro. Unser nächstes Ziel würden die meisten wohl nicht mit Paris in Verbindung bringen: die Freiheitsstatue. Auf der Île aux Cygnes, einer kleinen Insel in der Seine, steht die Statue, die man wohl als die große Schwester der New Yorker Freiheitsstatue bezeichnen kann. Sie ist ein verkleinerter Abguss des Originals in New York, der in der Vorbereitung auf das Werk, das von Frankreich an die USA verschenkt wurde, entstanden ist. Unser Ziel, abseits der Touristenmassen zu bleiben, erreichen wir hier vollkommen: Am Fuß der Freiheitsstatue begegnen wir, außer ein paar Einheimischen, die in dem angrenzenden Park Sport treiben, fast niemandem.

Brücke Pont de Bir-Hakeim

Wir setzen unseren Weg fort und spazieren weiter auf der grünen Insel inmitten der Seine entlang. Schließlich landen wir auf der Pont de Bir-Hakeim, einer Brücke, die mit viel Liebe zum Detail aus Eisen und Stein gebaut wurde. Sie besteht sozusagen aus zwei Stockwerken: im oberen Geschoss sind Schienen für die Metro verlegt, im unteren Teil der Brücke können Fußgänger, Radfahrer und Autos den Fluss Seine überqueren. Das malerische Bauwerk ist über hundert Jahre alt und steht unter Denkmalschutz. Hier wurden auch Szenen für die bekannten Filme „Inception“ und „Der letzte Tango in Paris“ gedreht.

Ein Abend in Paris

Dann beginnt auch schon die Sonne unterzugehen und unser Magen grummelt ein bisschen. In einer schicken Bäckerei kaufen wir uns Macarons, ein typisch französisches Gebäck, das wir uns auf keinen Fall entgehen lassen wollen. Mit unserem Snack lassen wir uns auf einer Mauer am Ufer der Seine nieder und genießen dort die Dämmerung und die zahlreichen Lichter.

Weil wir unseren studentischen Geldbeutel etwas schonen wollen, kaufen wir zum Abendessen einfach ein Baguette aus der Bäckerei. Dazu gibt es französischen Käse aus einem Käseladen, den wir in der Nähe unseres Hotels entdeckt haben.

Nach einer Verschnaufpause im Hotel machen wir uns noch einmal auf den Weg, um das Pariser Nachtleben zu erkunden. In der Nähe der Place de la Bastille haben wir uns eine hippe Bar ausgesucht, die auf einem Blog wärmstens empfohlen wurde. Als wir dort ankommen, ist das Lokal jedoch bereits bis auf den letzten Platz besetzt. Aber das macht nichts, denn im gesamten Viertel, dem 11. Arrondissement, gibt es zahlreiche kleine Bars und Restaurants, die detailreich und individuell eingerichtet sind. So landen wir zwei Straßen weiter in einer kleinen Bar mit cooler Musik, wo wir den Abend bei einem Glas französischem Rotwein ausklingen lassen.

Museum für außereuropäische Kunst "Musée du quai Branly - Jacques Chirac"

Dann bricht auch schon unser letzter Tag in der Hauptstadt Frankreichs an. Diesen wollen wir für etwas Kultur nutzen. Anstatt, wie wohl die meisten Touristen, in den Louvre zu gehen, fahren wir zum „Musée du quai Branly - Jacques Chirac“, einem Museum für außereuropäische Kunst. Hier werden ethnologische Kunstgegenstände ausgestellt, die aus Kulturen stammen, die bei der Betrachtung von Kunst oft vernachlässigt werden: aus Afrika, Asien und Ozeanien. Unter den Exponaten sind Schnitzereien, Masken, Gemälde, aber auch viele kunstvolle Gebrauchsgegenstände.

Die Ausstellung ist selbst für „Kunst-Anfänger“ wie uns spannend und man merkt, wie durchdacht sie konzipiert wurde. In die Gestaltung der Räume ist ein großer Aufwand geflossen: Lichtinstallationen, kleine Höhlen und andere naturnahe Elemente lassen uns regelrecht in eine andere Welt eintauchen. Die Ausstellungsstücke werden mit Klang und Licht stimmungsvoll in Szene gesetzt.

Die Ausstellung im Musée du quai Branly ist unserer Einschätzung nach horizonterweiternder als die vielen Museen mit Gemälden von europäischen Malern. Aber auch, wer mit Kunst nicht viel anfangen kann, kommt bei dem Museum auf seine Kosten. Denn die ausgefallene Architektur der Gebäude ist wirklich sehenswert. Im Innenhof des Gebäudes befindet sich ein Garten mit kleinen Hügeln, verschlungenen Pfaden und einladenden Sitzgelegenheiten, der wie eine grüne Oase inmitten der Großstadt wirkt. Darüber erschwingt sich eine etwa 80 Meter lange Brücke, in der der Großteil der Ausstellung untergebracht ist. Die Fassade eines der vier Gebäude des Museums ist mit Moos, Ranken und blühenden Blumen bedeckt und fasziniert uns irgendwie.


Park Coulée verte René-Dumont

Zum Abschluss unseres Wochenendtrips fahren wir zum Coulée verte René-Dumont, einem Park, der auf einer ehemaligen Eisenbahnline angelegt wurde. Die Bahnstrecke verlief früher erhöht auf Brücken aus Backstein durch Paris, jetzt säumen Bäume und andere Pflanzen den Weg, der oberhalb des Trubels der Großstadt zum Spazieren und Joggen einlädt. Von dort aus hat man auch einen hervorragenden Ausblick auf die angrenzenden Häuserfronten und Straßenschluchten. Ein weiterer perfekter Ort für Fotos! 

Mit dem Spaziergang auf dem Coulée verte geht unser langes Wochenende in Paris auch schon zu Ende. Wir haben viele schöne Orte kennen gelernt, auf die wir wohl nie gestoßen wären, hätten wir uns nicht zum Ziel gesetzt, die Stadt einmal anders zu erleben. In unserer letzten halben Stunde in Paris gönnen wir uns ein heißes Getränk in einem kleinen Bilderbuch-Café – wie auch schon zu Anfang unserer Reise. Dann fahren wir zurück zum Flughafen, wo der Flieger von Air France uns schon erwartet.


Unsere Reise als Video


©Tour Eiffel - illuminations Pierre Bideau

Flug von Nürnberg nach Paris