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Faro - die mit den Störchen auf dem Dach

Julian Kündinger, Adriaen Keller -

Kaum waren wir ein paar Minuten zu Fuß in der Stadt unterwegs, machten sie schon gleich auf sich aufmerksam. Einem japanischen Kamikazeflieger ähnelnd stürzten sie sich auf uns herab, zumindest gefühlsmäßig. Doch kurz vor knapp zogen sie hoch und nutzen den Auftrieb gebenden Gegenwind, um aerodynamisch und elegant durch die Lüfte zu gleiten. Die Rede ist nicht von angriffslustigen Kampfpiloten, sondern von den zahlreich in Faro lebenden Störchen!

Wahrlich können wir behaupten, dass das malerische Faro im Süden Portugals, eine kleine Stadt mit rund 44.000 Einwohnern, die Storchenhauptstadt der Algarve ist. Faro liegt direkt am Rande des Ria Formosa Nationalparks, einem der sieben Naturwunder Portugals. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass es den Stelzenvögeln dort so gut gefällt. Sein entspanntes und ruhiges Ambiente und der Charme seiner vergangenen Epoche, den man besonders innerhalb seiner Altstadtmauern antrifft, scheint nicht nur uns, sondern auch unsere fiedernden Freunde anzuziehen. Doch wie kommt ihr eigentlich dorthin?

Wenn ihr keine Storch seid, dann habt ihr mit Germania die Möglichkeit, immer Donnerstag und Sonntag in der Früh, von Nürnberg nach Faro zu fliegen. Nach rund drei Stunden Flugzeit und einem schmackhaften Frühstückssandwich kommt ihr gestärkt in Faro an. Der Flughafen Faro ist der größte in der Region Südportugals und ist der perfekte Ausgangspunkt um die Algarve zu bereisen. Allen voran die Stadt Faro selbst.


Faro erleben - im Video


Vom Flughafen in die Stadt

Mit dem lokalen Busunternehmen Proximo kommt ihr schnell und günstig vom Flughafen in die Stadt. Die Bushaltestelle am Flughafen erreicht ihr, indem ihr euch nach dem Ausgang links haltet und in Richtung der Kurzzeitparkplätze bewegt. Dort könnt ihr die Linie 16 nehmen und bis zur Endhaltestelle Terminal Rodoviario fahren. Von dort aus dauert es nur fünf Minuten zu Fuß um das Stadtzentrum zu erreichen. Eine Fahrt mit dem Bus kostet 2,30 Euro und dauert vom Flughafen bis in die Stadt etwa 20 Minuten. 


Porto de Faro

Der kleine Bootshafen von Faro liegt direkt am Rande der Altstadt und am Jardim Manuel Bivar Park. Ihr kommt nicht drum herum, diesen zu besuchen. Entlang der palmengesäumten Hafenpromenade könnt ihr wunderbar den gesamten Hafen überblicken. Bei den zahlreichen ein- und ausfahrenden Booten merkt ihr schnell, dass sich das Leben der Einwohner zum Großteil auf dem Meer abspielt. Neben den ganzen Ausflugsbooten, die die Touristen auf die vorgelagerten Inseln bringen, fahren auch viele Fischerboote aufs Meer raus. Was einem sofort ins Auge fällt: das I love Faro Schild, die bekennende Liebeserklärung an die Stadt und ein schönes Motiv für eine Beweisaufnahme, dass man in Faro gewesen ist.


Die Altstadt von Faro


Wenn ihr am Hafen entlang der Promenade lauft, erreicht ihr in 5 Minuten die Altstadt von Faro.
Die Altstadt ist umgeben von einer alten historischen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert, die zu den Sehenswürdigkeiten Faros zählt. 


Im Zentrum der Altstadt findet ihr zahlreiche malerische Gassen. Dort könnt ihr auf jagende einäugige Katzen treffen oder schlafende Hunde wecken. 
Auch in der Altstadt erreichbar: die Igreja de Santa Maria Kathedrale. Der Glockenturm der Kathedrale ist von zahlreichen Orangenbäumen umgeben. Für 2,50 Euro dürft ihr auf den Turm und könnt das Kathedralen Museum zu besuchen (Fotografieren ist dort allerdings verboten!). 
Von Oben habt ihr einen wundervollen Ausblick auf Faro und das Lagunensystem des Ria Formosa, was das Landschaftsbild des Naturparks prägt.


Tipp für die Altstadt: Restaurante O Castelo 

Wenn ihr euch schon in der Altstadt befindet, dann solltet ihr auf jeden Fall das Restaurante O Castelo besuchen. Das Restaurant besitzt eine tolle offene Terrasse von der ihr ebenfalls einen überwältigenden Ausblick auf den Ria Formosa hat. Ein guter Ort um sich entspannt zurückzulehnen und einen Galão (Espresso mit Milch, ähnlich wie ein Latte Macchiato), zu genießen.


Auf den Spuren des Altertums

Wollt ihr etwas über die Geschichte Faros und der Algarve erfahren, dann empfiehlt es sich das Museu Arqueologico de Faro zu besuchen. Das in einem Kloster eingebettete Museum bietet viele archäologische Ausstellungsstücke aus Zeiten der Römer und der Mauren.


Auch außerhalb der Altstadt Sehenswert



Zu den wohl schönsten Gebäuden der Stadt zählt das im 19. Jahrhundert erbaute Palácio Belmarco. Der ausdrucksstarke Neorenaissancebaustil des Palastes ist auf jeden Fall einen Fotostop wert.

Wer es etwas schauriger möchte, 

dem empfiehlt sich ein Besuch der Igreja do Carmo Kirche. Neben dem imposanten vergoldeten Altar befindet sich im Innenhof der Kirche eine kleine Kapelle. Bei der Kapelle handelt es sich um die im 18. Jahrhundert erbaute Capela dos Ossos, was übersetzt "Knochenkapelle" bedeutet. Der Name ist Programm: im gesamten Mauerwerk sind die Überreste tausender verstorbener Mönche eingebettet. So einen Anblick bekommt ihr nur selten für 2,50 Euro geboten; lasst es euch nicht entgehen!


Störche prägen das Stadtbild



Wie zu Beginn schon erwähnt, beherrschen die Störche den Luftraum und nahezu alle Kirchtürme und hohen Dächer der Stadt. Ihr müsst nicht lange suchen und einfach nach oben auf die Dächer schauen, schon entdeckt ihr mehrere nistende Vögel, die auf das einfache Fußvolk herabschauen und den ein oder anderen Krächzer von sich geben.




Wenn ihr euch eine Auszeit vom Stadtrubel gönnen wollt, so solltet ihr den Jardim da Alameda Joao de Deus Stadtpark besuchen. Der Park beherbergt neben hunderten von Zuchttauben auch mehrere Pfauen, die frei herumlaufen. Die Pfauen sind Menschen inzwischen gewöhnt und ihr kommt ziemlich nah an diese heran und könnt schöne Bilder machen. Doch solltet ihr lieber eine gewisse Distanz wahren: ansonsten kann es vorkommen dass der Pfau sich bedroht fühlt und im Selbstschutz sein großes Federkleid aufschlägt – Erschrecken inklusive!


Ilha Deserta

Für 10 Euro (Hin- und Rückfahrt) gelangt ihr per Fährverbindung auf die Ilha Deserta (Wüsteninsel). Die 30-minütige Überfahrt erfolgt vom Fähranleger aus. Ihr bucht offiziell feste Zeiten für die Hin- und Rückfahrt. Wenn allerdings noch Platz auf der Fähre ist, könnt ihr auch außerhalb der gebuchten Zeit wieder zurückfahren. Auf der unbewohnten Insel findet ihr neben ein paar rustikalen Holzhütten nur ein Restaurant vor. Ein Holzsteg führt die Besucher quer durch die Insel. Das besondere an der Insel: der schöne sieben Kilometer lange weiße Sandstrand der Praia da Baretta und die zahlreichen durch die Vegetation versteckten kleinen Strandbuchten bieten jede menge Platz und Privatsphäre. Wenn ihr es also Leid ist, wie die Sardinen in der Büchse zusammengepfercht am Strand zu liegen, dann solltet ihr auf jeden Fall nach Faro kommen und die Wüsteninsel besuchen.


Praia de Faro

Den Hausstrand von Faro, Praia de Faro, erreicht ihr ganz bequem mit der Buslinie 16. Vorbei am Flughafen hält der Bus am Strand (Endhaltestelle). Ihr überquert von der Bushaltestelle aus die einspurige, ampelgesteuerte Brücke, die den vorgelagerten Strand mit dem Festland verbindet. Vorbei am asphaltierten Parkplatz und einigen Restaurants und Kiosken erreicht ihr den sauberen, steil abfallenden kilometerlangen weißen Strand. Am beliebten Badestrand der Algarvehauptstadt könnt ihr gut einen ganzen Tag verbringen und ihr werdet am Abend schließlich mit einem 

wundervollen Sonnenuntergang belohnt.


Das Monster von Faro: Bigger – Better – Alef Burger!

Mit Messer und Gabel bewaffnet wagten wir uns in den Kampf. Die Herausforderung war sehr groß, den Preis den wir dafür zahlen mussten hingegen verhältnismäßig klein. So einer Bestie hatten wir uns schon lange nicht mehr entgegengestellt, weshalb wir uns anfangs unsicher waren. Doch Alef, der erfahrende Meister der Flammen und des Fleisches, sah das Potential in uns. Wir vertrauten seiner Empfehlung und stellten uns dem Monster. Die Rede ist vom "Hamburguer do Monstro"!



Well Done - saftig und zugleich gut durchgebraten erhielten wir unsere Monsterburger. Gleich nach dem ersten Bissen war uns klar: um in den Genuss geiler Burger zu kommen, muss man nicht gleich den Atlantik überqueren.

Es reicht auch, wenn man nach Faro fliegt und bei Alef Burger vorbeischaut. Das kleine unscheinbare Restaurant ist ein Muss für jeden Burgerliebhaber,  der an der Algarveküste Urlaub macht. Der freundliche Service und das einfache, aber schöne Ambiente bei Alef machen sein Restaurant zum Geheimtipp, vor allem weil man dort ausgezeichnete Burger zu einem günstigen Preis bekommt! 


Nachtschwärmer aufgepasst

Wer nach einem genüsslichen Essen noch einen oder gleich mehrere Trinken gehen möchte, dem empfiehlt es, die in Hafennähe befindliche Travessa dos Arcos Fußgängergasse zu besuchen. Entlang der Gasse reihen sich mehrere Bars und Pubs an, die mit ihrer Auswahl an lokalen Bieren und Livemusik für sich gewinnen möchten. 


Unser Fazit


Faro ist ein sehr schönes Hafenstädtchen im Süden Portugals und auf jeden Fall der beste Ausgangspunkt um die Algarve zu bereisen. Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und einer wundervollen angrenzenden Lagunenlandschaft, mit direktem Meereszugang und endlos langen Sandstränden, ist dieser Ort ein geeignetes Städtereiseziel mit tollen Bade- und Ausflugsmöglichkeiten. Dass es sich hierbei um eine kleine Stadt handelt, merkten wir sehr schnell. Wir kannten uns nach spätestens drei Tagen ziemlich gut in den Straßen Faros aus. Wenn ihr euch also längere Zeit in der Algarve aufhält, dann empfiehlt es sich auf jeden Fall die umliegenden Städte und Ausflugsziele zu besuchen. Faro solltet ihr daher als eine von mehreren Stationen einplanen, denn der Süden Portugals hat neben der malerischen Storchenhauptstadt noch einiges mehr zu bieten.