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600.000 Flugmeilen in 2 Jahren: Ein "HON-Circle-Member" erzählt

Katharina Ostertag -

Wolfgang Gößwein flog vor der Corona-Pandemie bis zu hundertmal im Jahr und regelmäßig ab Nürnberg. Für den Leiter der Aktiv Kommunikationsmarketing GmbH, einer internationalen Agentur für Marketing und Messewesen, ist das Fliegen aus Berufs- und Privatleben nicht wegzudenken. Seit 2004 ist er ein sogenanntes „HON-Circle-Member“ bei der Lufthansa und hat damit den höchsten Status des Vielfliegerprogramms Miles & More erreicht.

Im Interview spricht der 66-jährige über seine Reisen durch die ganze Welt und die Vorzüge des Fliegens mit „HON-Status“.

Warum fliegen Sie so häufig?

Wolfgang Gößwein: Unsere Agentur mit Hauptsitz Nürnberg ist in den Bereichen Messebau, Filmproduktion, Werbung, Multimedia und Veranstaltung tätig. Stützpunkte in Las Vegas und Singapur sowie ein internationales Netzwerk machen es uns möglich, in Europa, Nordamerika und Asien zu arbeiten. Als Senior Creative Director und Geschäftsführer ist es mein Job, Projekte zu begleiten - egal wo auf der Welt.

An welche Orte führten Sie Ihre Dienstreisen?

Wolfgang Gößwein: Filmdokumentationen und Messeplanungen brachten mich regelmäßig in nahezu alle asiatischen Metropolen. Ziele wie Bangkok, Singapur, Kuala Lumpur, Peking oder Shenzhen, Nürnbergs Partnerstadt, kannte ich schon bald in- und auswendig. Und Nord- und Südamerika waren bald schon wie ein zweites Zuhause. Highlights waren für mich Produktionen in Australien. Dort besuchte ich unter anderem Sydney, Brisbane und Melbourne.

Wolfgang Gößwein vor dem berühmten Hollywood-Sign.
Ankunft am McCarran Airport in Las Vegas.
Mit Badge und Kamera oberhalb von Monaco.
Vor der Nürnberg A350 bei der Lufthansa Präsentation und Erstflug des neuen Flugzeuges mit dem Patennamen Nürnberg.

Welche Verbindung haben Sie zum Airport Nürnberg?

Wolfgang Gößwein: Ich wurde 1955, das Eröffnungsjahr des Flughafen Nürnberg, geboren. Schon als Kind war der Airport mit seiner Zuschauerterrasse ein beliebtes Ausflugsziel meiner Familie.

Das erste Mal startete ich im Jahr 1972 in einer Boeing 720-030B ab Nürnberg. Für einen Beitrag in einem Jugendmagazin ging es für mich in die Lufthansa-Basis nach Frankfurt. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, wie viel Zeit ich in Zukunft in der Luft verbringen würde.

Warum fliegen Sie gerne ab Nürnberg?

Wolfgang Gößwein: Für mich fängt ein Flug in Nürnberg an und hört in Nürnberg auf. Die Bahn ist für mich keine Alternative, um nach Frankfurt oder München zu kommen, da ich zum Teil auch einmal drei oder mehr Koffer dabei habe. Außerdem kümmert sich die Airline darum, dass ich am Ziel ankomme, selbst wenn Flüge gestrichen werden oder sich verspäten. Das leistet die Bahn nicht ansatzweise.

Gößweins Familie am Nürnberger Flughafen im Sommer 1961.

Sie haben eine Frau und zwei Kinder. Was hat die Familie zu Ihrem Lebensstil gesagt?

Wolfgang Gößwein: Mein Sohn, von dem ich bis heute behaupte, er konnte das Wort „Lufthansa“ früher aussprechen als „Papa“, wurde 1991 geboren. Er war bereits in jungen Jahren viel mit mir unterwegs und erhielt als erster 4-jähriger den „Frequent Traveller“-Status bei der Lufthansa. Und auch meine Tochter hat sich sogar einmal in einen Koffer gepackt, weil sie mitfliegen wollte.

Ich versuchte, bei all den Fernreisen immer so kurz wie möglich von Zuhause weg zu sein, wenn mich meine Familie nicht begleiten konnte. Für sie habe ich den Stress sehr gerne auf mich genommen.

Ansonsten nutzten wir natürlich Ferien- und Urlaubszeiten, um gemeinsam unterwegs zu sein.

Gößweins Tochter im Reisekoffer.
Wolfgang Gößwein und sein Sohn in früheren Zeiten mit einem Lufthansa-Flugplan.

Ist jeder Mensch für Ihre Lebensweise gemacht?

Wolfgang Gößwein: Auf Reisen gibt es immer Unwägbarkeiten. Wenn man nicht in sich ruht und sich von kleinen Planänderungen aus der Bahn werfen lässt, wird einen das unglücklich machen.

Mein Tipp zum Thema Jetlag: Wenn es dunkel ist sollte man schlafen. Außerdem bin ich ein Fan von „Powernaps“. Ich kann überall ein kurzes Nickerchen von zehn bis 15 Minuten machen. Danach bin ich wieder fit.

Den „HON-Status“ bei Lufthansa erreicht man, indem man in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren mindestens 600.000 Meilen sammelt. Wie ist das Fliegen als „HON-Circle-Member“?

Wolfgang Gößwein: Man hat einen persönlichen Ansprechpartner bei der Lufthansa, den man 24 Stunden täglich anrufen kann und der sich zum Beispiel um Umbuchungen kümmert. Außerdem habe ich eine Buchungsgarantie. Das heißt ich kann immer genau auf dem Flug mitfliegen, der für mich passt – auch kurzfristig oder bei ausgebuchten Maschinen.

An den Drehkreuzen gibt es ebenfalls gewisse Vorzüge. Zum Beispiel die Fahrt zum Flugzeug mit einem Limousinenservice, falls der Flieger an einer Außenposition steht. Ich sehe das alles jedoch als eine Art „Schmerzensgeld“, um das Fliegen einfacher zu machen. Ich muss als Dienstreisender effizient vom Startpunkt zum Zielpunkt kommen. Und nur wenn ich am Zielort ausgeruht bin, kann ich dort meiner Arbeit vernünftig nachgehen.

Seit der Corona-Pandemie sind jedoch alle Vorteile komplett ausgesetzt.

Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass das Erreichen dieses Status für mich nie der Grund für meine Flüge war. Fliegen ist ein notwendiges und tolles Instrument, um internationale Grenzen und Kulturen zu überwinden und auch, um weltweit Geschäfte zu machen.

Wolfgang Gößwein mit Sohn (und Mitarbeiter) auf dem Weg von Warschau nach Nürnberg.
Unterwegs mit Swiss von Nürnberg über Zürich an die Westküste.

Was war ein besonders schönes Erlebnis an Bord eines Flugzeugs?

Wolfgang Gößwein: Bei einem Flug ab Los Angeles bekamen meine Familie und ich ein Upgrade in die First Class einer Boeing 747. Als die anderen Fluggäste meinen 2,5-jährigen Sohn sahen, hatten sie Angst, dass er den ganzen Flug lang Radau machen würde. Stattdessen half er der Crew beim Schreddern von Dosen und beim Verteilen von Brötchen. Als Belohnung für sein ruhiges Verhalten gab ein Amerikaner ihm einen 100-Dollar-Schein.

Welche Tipps können Sie Reisenden geben?

Wolfgang Gößwein: Man sollte Reisen immer als positive Herausforderung sehen. Es bringt Kulturen näher und man sollte sich auf diese Kulturen einlassen. Der deutsche Zeigefinger „Das ist bei uns aber anders“ ist fehl am Platz. Außerdem mache ich mir vor Urlaubsreisen immer Gedanken, was ich sehen will und wo man als Tourist hin kann.

Welcher Ort auf der Welt ist Ihr Lieblingsort?

Wolfgang Gößwein: Der Lieblingsort für mich ist sicherlich immer der, an dem meine Frau und die Familie sind. Aber faszinierend als Land ist für mich Südafrika, wegen der Natur und dem Lebensgefühl. Der Hauptgrund ist aber, dass man im europäischen Winter dort den Sommer genießen kann, fast ohne Zeitverschiebung.

Wolfgang Gößwein mit seiner Frau im Dezember 2019 auf den größten Wanderdünen Südafrikas.

Wie ist das Reisen für Sie im Moment?

Wolfgang Gößwein: Auf der Langstrecke hat sich wenig geändert. Ich habe immer einen Platz mit mehr als zwei Metern Abstand zu anderen Passagieren bekommen. Gewöhnungsbedürftig ist nur das Tragen der Maske. Natürlich will sich niemand anstecken, deshalb trägt man sie dann doch gerne. Die Betreuung an Bord habe ich auch mit den Hygieneregeln immer als zuvorkommend und herzlich empfunden. Crew und Passagiere sitzen ja sozusagen im „gleichen Boot“.

Das größere Problem war für mich die Anreise zum Flughafen, da Zubringerflüge ab Nürnberg ausgesetzt wurden. Das Einchecken am Airport Nürnberg garantiert das Umladen auch umfangreicher Gepäckstücke bei der Zwischenlandung am Drehkreuz. Ganz abgesehen davon, dass man an großen Flughäfen wie Frankfurt viel weitere Wege hat und viel mehr Zeit einplanen muss, als an kleineren Airports.

Während der Corona-Pandemie auf dem Weg von San Francisco nach Las Vegas.

Die Drehkreuze Amsterdam und Istanbul waren auch während des Lockdowns ab Nürnberg erreichbar. Im Sommer 2021 folgen erneut Verbindungen in die Hubs Paris, Zürich, Wien und Frankfurt, sodass Reisende wie Wolfgang Gößwein wieder eine größere Auswahl an Flügen ab Nürnberg in die ganze Welt haben. Die Fluggesellschaften sind vorbereitet und haben zahlreiche Maßnahmen zum Schutz ihrer Passagiere eingeführt.