1955 - 1960 Die ersten Jahre


Erster Teil der Serie "50 Jahre Airport Nürnberg"

Im Frühjahr 2005 jährt sich die Gründung des Nürnberger Flughafens zum 50sten Mal. Anlass, eine Serie über die wechselvolle Geschichte des internationalen Airport Nürnberg zu starten. Im ersten Teil erfahren Sie Wissenswertes und Amüsantes über die bescheidenen Anfänge.

Schon kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs schlugen die Städte Nürnberg und Fürth dem Reichsschatzministerium eine Verpachtung des Militärflugplatzes Atzenhof für den zivilen Luftverkehr vor. Im August 1920 nahm damit einer von mehreren Vorgängern des heutigen Flughafens seinen Betrieb auf.

Nach mehreren Umzügen entstand schließlich der Flughafen Marienberg, der zwischen 1939 und 1943 angeflogen wurde, dann aber durch Bombenangriffe völlig zerstört wurde. Nach weiteren Provisorien war es am 6. April 1955 endlich soweit:

Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm weihte den deutschlandweit ersten, nach dem Krieg auf neuem Gelände erbauten Verkehrsflughafen ein - entstanden zwischen Äckern des Knoblauchslandes.

Der neue Hoffnungsträger entwickelte sich anfangs allerdings nicht so, wie es sich die drei Gesellschafter Bundesrepublik, Freisstaat Bayern und Stadt Nürnberg erhofft hatte: Insbesondere die Lufthansa zögerte, den Neuling ins Streckennetz aufzunehmen. Das änderte sich im Oktober 1956 mit der Eröffnung des Linienverkehrs Frankfurt-Nürnberg-Düsseldorf. Prompt folgten andere Netzcarrier wie die niederländische KLM.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Bewundernd berichtete die Presse im Oktober 1958 über die Sensation, dass "erstmals ein richtiges Düsenflugzeug, eine Caravelle der Air France, in Nürnberg zu Landung ansetzte". Die Zahl der in und rund um den Flughafen Beschäftigten lag bei rund 330 (heute sind es über 3700). 1960 freute sich der damalige Direktor Heinz H. Starke über 100.000 Fluggäste (heute 3,3 Millionen).

Die Entwicklung schritt rasant voran: Die ursprüngliche Anlage platzte bald aus allen Nähten und wurde in den 60er Jahren kontinuierlich erweitert. Immer neue Fluggesellschaften flogen Nürnberg an.

Es gab zahlreiche Anlässe zum Jubeln wie etwa den ungeheuren Aufschwung des Pauschalreiseverkehrs, aber natürlich auch Dämpfer. Etwa eine glimpflich abgelaufene Bauchlandung einer DC 7b von Pan American im Februar 1961 oder einen "Nasenstüber" einer Convair Metropolitan im August 1966: Bei der Landung brach ein Bugrad - zwei Passagiere verletzten sich daraufhin leicht beim Versuch auszusteigen, bevor die Fluggasttreppen herangefahren worden waren . . .

Die Chroniken des Airport Nürnberg können Sie sich hier als PDF-Datei downloaden:

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